Bezirksdelegiertenkonferenz

"Wir kämpfen für Sicherheit"

Die IG BCE steckt mitten drin im Superwahljahr: 44 Bezirke und acht Landesbezirke bestimmen nach und nach ihre Gremien - im Vorfeld des Gewerkschaftskongresses im Oktober. Für den werden zugleich Anträge formuliert und Delegierte gewählt. Bis April stehen an jedem Wochenende mehrere Bezirksdelegiertenkonferenzen an.

Heike Rost

"Wir sorgen in den Betrieben für geordnete Verhältnisse und Stabilität", sagte Michael Vassiliadis, Vorsitzender der IG BCE. "Wir sorgen in den Betrieben für geordnete Verhältnisse und Stabilität", sagte Michael Vassiliadis, Vorsitzender der IG BCE.
04.02.2017
  • Von: Lars Ruzic
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Der Vorsitzende der IG BCE, Michael Vassiliadis, warnte in Mainz davor, bei den anstehenden Landtags- und Bundestagswahlen populistischen Parolen zu folgen. "Macht das Spiel am Gartenzaun nicht mit", rief er den gut 80 Delegierten zu. Die Antworten der Rechtspopulisten auf aktuelle wirtschaftliche und politische Herausforderungen seien "komplett untauglich". Man müsse aber die Ursachen des Protests begreifen, um sie bekämpfen zu können, so der Gewerkschaftschef. "Im Kern", sagte Vassiliadis, "geht es um verwehrte Teilhabe."

  • Bezirksdelegiertenkonferenz Köln-Bonn
    Foto: 

    Selina Pfruener

    Volle Reihen bei der Bezirksdelegiertenkonferenz in Köln-Bonn

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Eine wachsende Zahl von Menschen habe offenbar den Eindruck, ökonomisch zu kurz zu kommen, demokratisch ignoriert zu werden und kulturell herausgefordert zu sein - nicht nur in Deutschland. Gerade die Wahl des Protektionisten Donald Trump zum US-Präsidenten habe gezeigt, dass vielerorts Sorgen und Ängste um die Folgen der Globalisierung von Managern und Politikern zu lange ignoriert worden seien. Dabei müsse jedem klar sein, dass sich Länder, die eine Politik des Abschottens verfolgen, am Ende selbst schaden. Gerade Deutschland und die heimische Industrie lebten von einem starken Export. Globalisierung habe gerade auch in den von der IG BCE betreuten Branchen auch Wohlstand geschaffen und Arbeitsplätze gesichert. "Aber sie hat auch viele Menschen zu Verlierern gemacht", betonte Vassiliadis. Vor allem die Regellosigkeit in Teilen der globalen Wirtschaft "verletzt das Anstandsgefühl jedes Arbeitnehmers". Multinationale Konzerne müssten stärker gefordert werden, etwa durch die Unterbindung einer globalen Steuervermeidung. Die IG BCE werde sich für eine soziales und nachhaltiges Wirtschaftsmodell einsetzen, mit dem Globalisierung fair gestaltet wird.

Dazu gehöre die breite Anwendung von Tarifverträgen genauso wie eine starke Mitbestimmung und faire Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten. "Wir sorgen in den Betrieben für geordnete Verhältnisse und Stabilität", sagte Vassiliadis. "Und wir kämpfen dafür, dass sie zukünftig überall in Deutschland der Normalfall ist." Diese Werte sichtbar zu machen, werde auch ein Schwerpunkt des 6. Ordentlichen Gewerkschaftskongresses im Oktober in Hannover sein. "Man wird nicht Mitglied bei uns, weil wir die bessere Versicherung sind", umschrieb es der IG-BCE-Vorsitzende, sondern weil sich die Gewerkschaft mit ihren Zehntausenden ehrenamtlichen Funktionären und Hunderttausenden Mitgliedern wirklich um die Menschen kümmere. Rechtspopulisten und Protektionisten schürten dagegen nur Angst und Unsicherheit. "Das ist der entscheidende Unterschied zwischen uns und ihnen", hob Vassiliadis hervor. "Wir kämpfen für Sicherheit."

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