Ausbildung

Azubis unterstützen Azubis

Auszubildenden-Patenschaften bei der Bayer AG sind beliebt – und erfolgreich. Initiiert hat das Programm die Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV). Die Idee: Azubis, die schon länger dabei sind, können Neue dabei unterstützen, die Herausforderungen in einer fremden Stadt zu bewältigen.

Markus J. Feger

Laura Bohmann und Linda Golde sind zwar selbst noch Azubis bei Bayer, leiten aber schon das Patenprojekt.
29.09.2017
  • Von: Anne Graef
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Der Einstieg ins Arbeitsleben, die erste eigene Wohnung, eine neue Stadt: Am 1. August änderte sich viel für Muhammet Yalniz. An diesem Tag begann er seine Ausbildung zum Chemikanten bei der Bayer AG in Wuppertal. Dass sich Muhammet aus dem niederrheinischen Kerpen bereits nach zwei Monaten sehr wohl in seiner neuen Heimat fühlt, hat er auch dem Programm "Azubi-Patenschaften" zu verdanken: "Vom ersten Tag an hatte ich Ansprechpartner, die mir geholfen haben, mich zurechtzufinden."

Initiiert hat das Programm die Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV). Die Idee: Wer, wenn nicht Azubis, die schon länger dabei sind, können Neue dabei unterstützen, die Herausforderungen beim Beginn einer Ausbildung in einer fremden Stadt zu bewältigen? Laura Bohmann, Azubi zur Biologielaborantin im dritten Lehrjahr, gehörte zu den ersten "Schützlingen" und ist nun gemeinsam mit Linda Golde, Azubi zur Biologielaborantin im zweiten Lehrjahr, in der JAV für das Projekt verantwortlich. Laura weiß, was neue Azubis bewegt. Für die Ausbildung ist sie von Leipzig in das 600 Kilometer entfernte Wuppertal gezogen. Das sei nicht gerade die schönste Stadt, sagt sie, aber: "Ich wurde sehr gut aufgenommen und die Ausbildung macht Spaß. Ich fühle mich sehr wohl und möchte gern bleiben."

Um ihre positiven Erfahrungen weiterzugeben, engagiert sich Laura in dem Projekt. In diesem Jahr wurde das Konzept überarbeitet und erweitert. Frühzeitig wurden in Kooperation mit der Ausbildungsabteilung Seminare für die Azubi-Paten organisiert, mit dem Arbeitgeber einige Freistellungen für die beteiligten Azubis vereinbart und Events vorbereitet, bei denen die neuen Azubis ihre Paten kennenlernen können – von der Neuanfängerparty der IG BCE bis zur Stadtrallye. Die Resonanz ist überaus positiv – bei den Azubis wie beim Unternehmen. Rund 20 "Schützlinge" werden von mehr als 30 Paten betreut. Auch an die Teilnehmer des "Starthilfe- Programms" von Bayer, das benachteiligte Jugendliche und auch junge Flüchtlinge für eine Ausbildung vorbereiten soll, richtet sich das Angebot.

Markus J. Feger

Paten und Schützlinge verstehen sich so gut, dass sie auch abseits der Ausbildung gemeinsam etwas unternehmen.

"Wir sind sehr dankbar, dass das Projekt von allen Seiten gut angenommen wird", erklären Laura und Linda. Durch die informellen Kontakte erfahren die Neuen von den "alten Hasen", was sie im weiteren Ausbildungsverlauf erwartet. Um größere Probleme am Arbeitsplatz ging es bisher nie. Auch darauf wären die Paten vorbereitet und in Zusammenarbeit mit dem Werkpsychologen wurden sie für psychische Belastungen sensibilisiert.

Vor allem geht es aber darum, so Pate David Ahlers, Azubi zum Chemielaboranten im dritten Lehrjahr, den Neuen zu helfen, in Wuppertal anzukommen: "Gerne zeige ich ihnen, was die Stadt an Freizeitaktivitäten zu bieten hat, vom Stadtpark bis zu den angesagten Clubs." Vernetzt sind die teilnehmenden Azubis durch eine eigene WhatsApp-Gruppe. "Wenn ich etwas unternehmen will, finde ich dort immer jemanden, der mitmacht", erklärt Muhammet.

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