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23.01.2012

Von: Rolf Winkel

Rechtsratgeber

Jobwechsel - Eigenkündigung

Gerade jüngere und gut qualifizierte Arbeitnehmer sind häufig "wechselwillig". Dabei müssen sie sich aber an bestimmte Regeln halten:

Sie können jederzeit kündigen – aber bitte schriftlich und mit eigenhändiger Unterschrift. Die Kündigung braucht nicht begründet zu werden.

Bei der Eigenkündigung muss der Arbeitnehmer – wenn es allein nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) geht – eigentlich nur die Grundkündigungsfrist von vier Wochen zum Monatsende einhalten, egal wie lange das Arbeitsverhältnis bereits besteht. Am 2. November kann er beispielsweise zum Monatsende kündigen. Im Arbeitsvertrag können jedoch längere Fristen vereinbart sein, die dann auch für Arbeitnehmer gelten. Längere oder kürzere Fristen können sich auch aus dem Tarifvertrag ergeben.

Die exakte Einhaltung der (vereinbarten) Kündigungsfrist ist vor allem für gut qualifizierte Arbeitnehmer wichtig, die bei einem Konkurrenten des Noch-Arbeitgebers anheuern möchten. In diesem Fall kann der alte Chef die Arbeitsaufnahme mit einer einstweiligen Verfügung bis zum Ablauf der vertraglich festgelegten Kündigungsfrist unterbinden lassen.
 
Manchmal gibt es die Chance, (nur) kurzfristig in einen anderen, besseren Job zu wechseln. Tipp: Die besten Karten hat hierbei, wer selbst dazu beiträgt, den abrupten Weggang abzufedern. So können etwa kündigungswillige Arbeitnehmer in verantwortungsvollen Positionen betonen, dass sie angefangene Arbeiten so weit wie möglich abschließen und (neue) Kollegen in die anstehenden Aufgaben einweisen werden.

Wenn keine Einigung mit dem Arbeitgeber möglich ist, droht bei einem vorzeitigen Quittieren des Jobs allenfalls eine Vertragsstrafe für die Nichteinhaltung der Vereinbarungen. Für „normale“ Arbeitnehmer sehen Juristen eine Strafe in Höhe eines Monatsgehalts als Obergrenze an.

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