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12.03.2012

Von: Rolf Winkel

Rechtsratgeber

Betriebliche Altersvorsorge

Die gesetzliche Rente reicht längst nicht mehr aus, um den gewohnten Lebensstandard auch im Alter zu sichern. Die Schere zwischen dem letzten Nettogehalt und der späteren Rente wird sich künftig von Jahr zu Jahr weiter öffnen. Wer verhindern will, dass er im Alter Not leidet, muss daher zusätzlich vorsorgen – etwa durch die betriebliche Altersvorsorge.

Die Betriebsrente ist als Ergänzung zur gesetzlichen Rente vor allem wegen ihrer staatlichen Förderung – durch Zulagen oder durch die Befreiung von Steuern und Sozialabgaben – attraktiv.

Seit 2002 gilt: Wenn es in der Firma weder eine Pensionskasse noch ein sonstiges Vorsorgemodell gibt, haben die Arbeitnehmer Anspruch auf Altersvorsorge durch die so genannte Gehaltsumwandlung – dabei werden den Arbeitgebern vielfach Teile des Weihnachtsgeldes („Einmalzahlung“) nicht direkt ausgezahlt, sondern auf einen Altersvorsorgevertrag (etwa bei einem Pensionsfonds) eingezahlt.

Solche umgewandelten Lohnbestandteile sind bis zur Höhe von vier Prozent der jährlichen Beitragsbemessungsgrenze – 2012 also bis zu 2.688 Euro – steuer- und sozialversicherungsfrei. Ein Arbeitnehmer, der jährlich 1.000 Euro in einen Pensionsfonds oder in eine so genannte Direktversicherung einzahlen lässt, spart damit etwa 200 Euro Sozialversicherungsbeiträge und – bei einem Steuersatz von 25 Prozent – rund 250 Euro Steuern. Seine effektive Belastung beträgt damit in diesem Fall rund 550 Euro – bei einem Sparbetrag fürs Alter von insgesamt 1.000 Euro. Das lohnt sich selbst dann, wenn der Arbeitgeber nichts dazu tut. Allerdings fällt bei einer Entgeltumwandlung auch die spätere gesetzliche Rente etwas niedriger aus. Denn es werden dann ja auch weniger Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung eingezahlt.

Top-Regelung in der Chemie: Besonders attraktiv ist die Regelung in der Chemieindustrie. Hier wurde ein so genannter „Entgeltumwandlungsbetrag“ in Höhe von 478,57 Euro pro Jahr vereinbart. Hinzu kommt noch eine Zulage vom Arbeitgeber über 134,98 Euro. Diese Beträge bekommt nur, wer sich für die betriebliche Altersvorsorge über den Chemiepensionsfonds  entscheidet. Bietet Ihr Arbeitgeber diese Förderung an, sollten Sie in jedem Fall zuschlagen. Denn Sie haben davon nur Vorteile – im Alter. Wer sich dieses Angebot entgehen lässt, verzichtet dagegen in jedem Jahr auf 613,55 Euro für die betriebliche Altersvorsorge – und hat keinen Cent mehr in der Tasche.


Unverfallbarkeit: Zahlen Sie Ihre Beiträge zur betrieblichen Altersversorgung aus eigener Tasche (z.B. durch Entgeltumwandlung), so sind Ihre Ansprüche auch bei einem Arbeitplatzwechsel oder einer Pleite des Arbeitgebers in der Regel nicht gefährdet. Anders ist es dagegen, wenn der Arbeitgeber Ihre betrieblichen Rentenansprüche finanziert. Dann können Sie erst nach einer Mindestdauer der Betriebszugehörigkeit (genauer: „Versorgungszusage“) auf Ihre spätere Betriebsrente pochen. Das gilt in der Regel erst dann, wenn Sie mindestens 30 Jahre alt sind und der Arbeitgeber Ihnen fünf Jahre lang Ansprüche auf die Altersversorgung zugesagt hat. Neue Zusagen auf eine Betriebsrente, die seit dem 1. Januar 2009 abgegeben wurden bzw. werden, erreichen die gesetzliche Unverfallbarkeit bereits, wenn der Arbeitnehmer das 25. Lebensjahr vollendet hat und zum Zeitpunkt des Ausscheidens aus dem Betrieb mindestens fünf Jahre lang Zusagen auf Betriebsrenten bestanden haben.
Die gesetzliche Grundlage der betrieblichen Altersvorsorge ist das Betriebsrentengesetz. Dieses finden Sie hier.

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