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24.01.2012

Von: Rolf Winkel

Rechtsratgeber

Arbeitsunfall

Alle Arbeitnehmer sind für den Fall eines Arbeitsunfalls automatisch in der gesetzlichen Unfallversicherung versichert. Dies gilt auch für Minijobber, Nebenjobber, illegal Beschäftigte und ehrenamtlich Tätige.

Träger der gesetzlichen Unfallversicherung sind die Berufsgenossenschaften (etwa die Berufsgenossenschaft Chemie) und die Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand (z.B. Gemeindeunfallversicherungsverbände, Unfallkassen des Bundes oder der Feuerwehr).

Anders als in den anderen gesetzlichen Sozialversicherungen werden die Beiträge zur Unfallversicherung allein von den Arbeitgebern getragen. Die Anmeldung bei der Unfallversicherung wird vom Arbeitgeber übernommen. Spart er sich diese, so gelten die Betroffenen dennoch als versichert.

Ein Unfall, den ein Arbeitnehmer aufgrund einer Tätigkeit erleidet, die in unmittelbarem Zusammenhang mit seiner Arbeit steht, gilt als Arbeitsunfall. Auch ein Unfall auf dem Arbeitsweg zählt als so genannter Wegeunfall dazu.

Damit belegt werden kann, dass bestimmte Verletzungen (etwa ein Armbruch) Folgen eines Arbeitsunfalls sind, muss der Unfallhergang rechtzeitig und umfassend dokumentiert werden. Dazu sollten Zeugenaussagen aufgenommen und der Unfallort genau beschrieben werden. Sinnvoll kann es auch sein, Fotos zu machen.

Bei einem Arbeitsunfall kommt der zuständige Unfallversicherungsträger für medizinische und berufsfördernde Leistungen zur Rehabilitation auf und zahlt notwendige Lohnersatz- und Rentenleistungen. Die Leistungen sind dabei günstiger als die der gesetzlichen Krankenversicherung. So fallen weder Praxisgebühren noch Zuzahlungen an. Das Verletztengeld, das ggf. im Anschluss an die Lohnfortzahlung des Arbeitgebers gezahlt wird, ist höher als das Krankengeld. Bei schwereren und dauerhaften Körperschäden gibt es eine so genannte Verletztenrente.

Tipp: Nach einem Arbeitsunfall müssen Sie einen so genannten Durchgangsarzt aufsuchen. Einen Durchgangsarzt in Ihrer Nähe finden Sie hier.

Achtung: Wenn Sie Verletztengeld erhalten, sollten Sie rund ein Zehntel des Betrags fürs Finanzamt zurücklegen. Denn das Verletztengeld unterliegt dem so genannten Progressionsvorbehalt. Es führt damit dazu, dass Ihr sonstiges Einkommen höher besteuert wird. Einen Verletztengeldrechner finden Sie hier.

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