Be- und Entlastungen für Arbeitnehmer

Was sich für Arbeitnehmer, Versicherte und Rentner ändert

Arbeitsrecht, Altersvorsorge, Rente, Krankenversicherung, Familienleistungen – was sich für Beschäftigte und Rentner an Neuerungen im Jahr 2018 wichtig ist, haben wir hier zusammengestellt. Die Beiträge zu den Sozialversicherungen sinken für Arbeitnehmer leicht, ebenso die Steuerbelastung. Unterm Strich kommt ein kleines Plus beim „Netto“ heraus.

Shutterstock - Aleksandar Mijatovic

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03.01.2018
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Was müssen Arbeitnehmer 2018 in die Sozialkassen einzahlen?

Arbeitnehmer mit Kind müssen 2018 im Schnitt insgesamt 20,375 Prozent ihres Bruttogehalts selbst an die Sozialversicherungen zahlen. Das sind 0,15 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr.

Wie erklärt sich die minimale Beitragssenkung?

In der Rentenversicherung sinkt der Beitragssatz um 0,1 Punkte auf 18,6 Prozent. Davon tragen Arbeitnehmer und Arbeitgeber je die Hälfte. Nach den Vorausberechnungen der Deutschen Rentenversicherung soll der Beitrag bis 2022 stabil bleiben.

Auch die Beiträge zur Pflegeversicherung – generell 2,55 Prozent bzw. 2,80 Prozent für Kinderlose – sollen bis 2022 unverändert bleiben. Der allgemeine Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) beträgt weiterhin 14,6 Prozent. Davon tragen Arbeitnehmer und Arbeitgeber je die Hälfte. Daneben wird ein Zusatzbeitrag erhoben, den allein die Arbeitnehmer aufbringen müssen. Dieser fällt je nach Krankenkasse unterschiedlich aus. 2018 wird im Schnitt aller Kassen mit einem Zusatzbeitrag von 1,0 Prozent gerechnet, das sind 0,1 Punkte weniger als 2017. Einzelne Kassen verlangen aber deutlich mehr, andere weniger. Eine Übersicht über die Zusatzbeiträge der einzelnen Kassen findet sich auf der Internetseite des GKV-Spitzenverbandes. Der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung, den sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer hälftig teilen, bleibt 2018 zunächst bei 3,0 Prozent. Gestritten wird allerdings darüber, ob er wegen der gut gefüllten Kasse der Arbeitslosenversicherung im nächsten Jahr gesenkt werden soll.

Was ändert sich für Besserverdienende?

Sie müssen künftig etwas mehr in die Sozialkassen einzahlen, weil die Beitragsbemessungsgrenzen in allen Versicherungszweigen steigen. Deshalb sind jetzt höhere Einkünfte beitragspflichtig.

Die Beitragsbemessungsgrenze in der Renten- und Arbeitslosenversicherung steigt 2018 im Osten Deutschlands um 100 auf 5.800 Euro und im Westen um 150 auf 6.500 Euro. Bei der Kranken- und Pflegeversicherung bezahlen in diesem Jahr Gutverdiener Beiträge maximal auf Basis von 4.425 Euro im Monat (Vorjahr: 4.350 Euro). Hier gibt es keinen Unterschied zwischen den alten und neuen Bundesländern. Die Beitragsbelastung eines relativ gut verdienenden Westdeutschen mit Kind(ern) und einem Arbeitseinkommen ab 6.500 Euro brutto steigt damit im Schnitt um 16,03 Euro pro Monat gegenüber dem Vorjahr.

Ab welchem Einkommen müssen sich Arbeitnehmer 2018 nicht mehr gesetzlich krankenversichern?

Die Versicherungspflichtgrenze in der GKV liegt 2018 bei einem Monatseinkommen von 4.950,00 (2017: 4.800) Euro. Wer brutto mehr verdient, ist versicherungsfrei und kann sich zwischen einer freiwilligen gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung (PKV) entscheiden. Umgekehrt gilt: Ein privat Versicherter, der durch die Anhebung der Versicherungspflichtgrenze oder wegen einer Arbeitszeitverkürzung wieder in die Versicherungspflicht „rutscht“, darf wieder zurück in eine gesetzliche Krankenkasse. Das geht vielfach auch, indem Teile des Arbeitseinkommens in ein Lebensarbeitszeitkonto eingestellt und damit für die Zukunft „gebunkert“ werden. Übrigens: Für diejenigen, die schon Ende 2002 privat versichert waren, ist die Versicherungspflichtgrenze niedriger: Sie liegt 2018 bei 4.425 Euro im Monat.

Was ändert sich 2018 bei der Steuer?

Unterm Strich steigt das monatliche Nettoeinkommen von Arbeitnehmern meist um etwa 10 bis 20 Euro. Dabei spielen nicht nur die leicht gesunkenen Sozialversicherungsbeiträge, sondern auch die neuen Steuer-Regeln eine Rolle. So gelten auch 2018 verbesserte Regelungen zur steuerlichen Absetzbarkeit von Rentenversicherungsbeiträgen. Weiterhin steigt der steuerfreie Grundfreibetrag erneut: von 8.820 auf 9.000 Euro. Auch der Kinderfreibetrag steigt um 72 Euro. Zugleich werden die Tarifeckwerte des Einkommensteuertarifs angepasst. Der Steuertarif wird – wenn man sich ein Koordinatensystem vorstellt – „nach rechts“ verschoben – und zwar um 1,65 Prozent. Hierdurch soll die so genannte „kalte Progression“ ausgeglichen werden. Der progressive – also mit zunehmendem Bruttoeinkommen immer mehr ansteigende – Steuertarif würde ansonsten dazu führen, dass Lohnsteigerungen in Verbindung mit der Inflation zumindest teilweise durch eine höhere Besteuerung ganz „aufgefressen“ werden.

Wie sich der Nettolohn zum Jahreswechsel 2017/18 entwickelt

Bruttolohn    Nettolohn      Nettolohn     
20182017
2.000,001.393,251.383,36
3.000,001.934,821.921,88
4.000,002.438,272.420,40
5.000,002.936,232.917,05
6.000,003.419,783.396,66
7.000,003.937,453.925,42

Annahmen: Steuerklasse I/IV, keine Kirchensteuer, keine Kinder, gesetzlich kranken- und rentenversichert, 1,0 % Zusatzbeitrag in der Krankenversicherung

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