Studie

Rohstoffversorgung und Ressourcenproduktivität in der Zementindustrie

Die Sozialpartner der Zementindustrie haben dem Bundesministerium
für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit am 12. November 2015 im Haus der Bundespressekonferenz in Berlin eine Studie zur Rohstoffversorgung
und Ressourcenproduktivität entlang der Wertschöpfungskette von
Zement vorgestellt. Sie zeigt, dass bereits heute in großem Umfang
Sekundärrohstoffe eingesetzt und damit natürliche Ressourcen geschont
werden.

Helge Krückeberg

Dyckerhoff Zementwerk
12.11.2015
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Weitere Potenziale werden in der Erhöhung des Einsatzes alternativer Brennstoffe, in Produkt- und Prozessinnovationen sowie in der stärkeren Verwendung von Recycling-Betonen gesehen. Primäre Rohstoffe bleiben auch in Zukunft unverzichtbar. Es wurde vereinbart, einen Dialogprozess zu starten, um den Ressourcen- und Klimaschutz in der Zementindustrie weiter voranzubringen.

Die deutsche Zementindustrie geht schonend mit natürlichen Ressourcen um. Für die Herstellung von 32 Millionen Tonnen Zement wurden im Jahr 2014 etwa 50 Millionen Tonnen Rohstoffe eingesetzt – davon allein 8 Millionen Tonnen Sekundärrohstoffe. „Angesichts des Strukturwandels im Energiesektor und in der industriellen Produktion besteht jedoch das Risiko, dass die eingesetzten alternativen Rohstoffe künftig nicht mehr im bisherigen Umfang verfügbar sein werden“, betont Dirk Spenner, Vorsitzender der Sozialpolitischen Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Zementindustrie e.V. (SPADZ). „In jedem Fall wird die Zementindustrie auch langfristig auf eine sichere Versorgung mit Primärrohstoffen angewiesen sein“, so Spenner weiter.

Nikolaus Karlinský

Die Sozialpartner der Zementindustrie stellten dem Bundesministerium
für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit in Berlin eine Studie zur Rohstoffversorgung und Ressourcenproduktivität entlang der Wertschöpfungskette von
Zement vor.

Die Produktion von Zement erfolgt bereits heute in Anlagen, die einen langen Optimierungsprozess durchlaufen haben. „Größere und teils modernere Anlagen sind zwar verfügbar, das Effizienzpotenzial bei bestehenden Technologien ist jedoch vergleichsweise gering“, meint Martin Schneider, Hauptgeschäftsführer des Vereins Deutscher Zementwerke (VDZ). „Gleichzeitig arbeiten die Unternehmen aber auch an der Entwicklung energie- und ressourcenschonenderer Produktinnovationen. Hierfür ist weitere Forschung notwendig.“

Neben den technologischen Entwicklungen wird die Rohstoffproduktivität wesentlich von politischen Rahmenbedingungen bestimmt. Für Hartmut Koch von der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt sind deshalb freiwillige Initiativen und Kooperationen für die Entwicklung nationaler Rohstoffstrategien das Instrument der Wahl. Koch: „Die Initiative Kreislaufwirtschaft Bau ist hierfür ein hervorragendes Beispiel. Mit ihren erfolgreichen Aktivitäten hat die sie dazu beigetragen, dass bereits im Jahr 2012 rund 91 Prozent der anfallenden Bauabfälle verwertet werden konnten“.

Die nun vorliegende Studie der Nachhaltigkeitsinitiative dient der Standortbestimmung
der Branche im Kontext nationaler und europäischer Rohstoffstrategien. „Um die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen nicht zu gefährden, sind politische Rahmenbedingungen zur Ressourceneffizienz notwendig, die ökologisch sinnvoll und ökonomisch machbar sind“, fordert Peter Schuld von der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE). „Davon dürften nicht zuletzt auch die Beschäftigten in den hier ansässigen Werken profitieren.“

Helge Wendenburg, Abteilungsleiter im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB), würdigt die bereits erzielten Erfolge der deutschen Zementindustrie sowie den von den Trägern der Nachhaltigkeitsinitiative erstellten Bericht zur Ressourceneffizienz. „Insbesondere die möglichen Zukunftsstrategien zur Erschließung weiterer Ressourceneffizienzpotenziale dienen auch den umweltpolitischen Zielen der Bundesregierung. Der Bausektor muss die ökonomischen und ökologischen Herausforderungen annehmen, gemeinsam wollen wir nachhaltiges sowie kostengünstiges Bauen und Wohnen ermöglichen. Ich halte es für eine gute Idee, mit den Sozialpartnern der Zementindustrie einen Dialogprozess zu beginnen, der das Thema Ressourceneffizienz in dieser Branche weiter voranbringt“, so Wendenburg.

Die Sozialpartner der Zementindustrie begrüßen den Start eines Ressourceneffizienz- Dialogs mit dem BMUB. „Wir sind davon überzeugt, dass der Austausch mit der Politik einen wichtigen Beitrag leisten kann, um das Thema weiter mit dem nötigen Schwung voranzutreiben. Die vorliegende Studie bietet dafür eine sehr gute Grundlage, auf der wir gerne aufbauen möchten“, bekräftigt Martin Schneider.

Dialog zwischen Politik und Gesellschaft, Gewerkschaften und Arbeitgebern

Die Initiative für Nachhaltigkeit in der deutschen Zementindustrie setzt sich seit 2002 für eine Verankerung des Nachhaltigkeitsgedankens in der Zementindustrie ein. Zentrale Themen sind neben Natur- und Umweltschutzmaßnahmen auch die Sicherung der heimischen Zementproduktion, die wirtschaftlichen Belange der Unternehmen sowie die sozialen Interessen der Beschäftigten. Ziel der Initiative für Nachhaltigkeit in der deutschen Zementindustrie ist der Dialog zwischen Politik und Gesellschaft sowie Gewerkschaften und Arbeitgebern. Zu den beteiligten Sozialpartnern gehören neben den Industriegewerkschaften Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) und Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) auch die Sozialpolitische Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Zementindustrie e.V. (SPADZ) sowie der Verein Deutscher Zementwerke e.V. (VDZ).

Die Studie „Rohstoffversorgung und Ressourcenproduktivität in der Zementindustrie - Status quo und Perspektiven“ kann unter www.zement-verbindet-nachhaltig.de abgerufen werden.

Kurze Zusammenfassung der Studie

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