Keramische Industrie

Heterogene Branche

Mit rund 43.480 Mitarbeitern und einem Gesamtumsatz von 8,9 Milliarden Euro (Stand jeweils 2018) ist die Keramische Industrie ein bedeutender Teil innerhalb der deutschen Industriezweige. Die Bandbreite reicht von Kalkwerken über die Zementindustrie bis hin zur Porzellanherstellung.

KPM, Berlin

Porzellanmalerei Feines Design handgemalt

Auf den Organisationsbereich der IG BCE bezogen, teilt sich die Branche in folgende Untergruppen auf: Feinkeramik (ca. 20.000 Beschäftigte), Zement (rund 7.700 Beschäftigte), Ziegel- und Baukeramik (etwa 6.300 Beschäftigte), Feuerfest und Säureschutz (etwa 5.700 Beschäftigte) sowie Kalk und Dolomit (etwa 3.000 Beschäftigte).

Feinkeramik: Porzellan, Sanitärkeramik, Fliesen und technische Keramik – diese Sparten bilden insgesamt die Feinkeramik. Die meisten Betriebe haben in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten einen teils tiefgreifenden Strukturwandel hinter sich gebracht. Beispiel Porzellan: Deutsche Hersteller beschränken sich mittlerweile nur noch auf den Premium-Bereich. Ebenso produziert die deutsche Sanitärkeramik auf hohem Qualitäts-, aber auch Mengenniveau. Produkte der technischen Keramik sind konjunkturabhängig – wenn sie beispielsweise wie die Einsätze für Katalysatoren oder Zündkerzen vom Wohl und Wehe der Automobilindustrie abhängig sind. Fliesen produzieren zwar in ganz überwiegendem Maße spanische und italienische Hersteller, dennoch ist die Umsatz- und Beschäftigtenlage dieses Industriezweiges hierzulande stabil.

Zement, Ziegel und Beton: Am direkten „Tropf“ der Baukonjunktur hängen Umsatz- und Mitarbeiterzahlen der Zement-, Ziegel- und Betonindustrie. Die vergangenen Jahre entwickelten sich hier durchweg positiv – und auch für 2018 rechnet die Branche mit einer insgesamt guten Auftragslage. Der Hauptgrund: Die Baukonjunktur begünstigt diese Segmente. Das kommt ebenso den Zement-, Ziegel- und Betonbranchen-Beschäftigten unmittelbar zugute.

Die Sozialpartner in der deutschen Zementindustrie haben im Jahr 2002 eine Vereinbarung zur nachhaltigen Entwicklung in der Branche unterzeichnet und damit die Initiative für Nachhaltigkeit in der deutschen Zementindustrie begründet. Es handelt sich um die erste Branchenvereinbarung dieser Art.

Feuerfest und Säureschutz: Die hier angestellten rund 5.700 Mitarbeiter produzieren beispielsweise die Keramiksteine, die Hochöfen ausklinkern. Klar, dass deren Situation unmittelbar mit der Konjunkturentwicklung der Stahlindustrie zusammenhängt.

Kalk und Dolomit: In der kleinsten Sparte der Keramischen Industrie brennen die Mitarbeiter beispielsweise Gips, um daraus Gipswandbauplatten für Zwischenwände oder Gipskartonplatten für den Trockenbau herzustellen. Darüber hinaus ist Gips natürlich Grundstoff für verschiedene Putze und Trockenestriche.

Allein diese Aufstellung macht deutlich, dass die Branche der Keramischen Industrie eine äußerst vielschichtige, d. h. heterogene ist. Sie ist geprägt von einer Vielzahl ganz überwiegend mittelständischer Unternehmen.

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