Pharma

Mit Forschung zu besserer Rendite

Die IG BCE fordert für die Unternehmen der deutschen Pharmaindustrie größere Planungs- und Investitionssicherheit. Nur unter stabilen Rahmenbedingungen werden die Hersteller neue Produkte entwickeln und zur Marktreife bringen. Die Pharma-Industrie ist die forschungsintensivste Branche Deutschlands: Die forschenden Pharma-Unternehmen in Deutschland haben 2014 mehr als fünf Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung aufgewendet. Zum Vergleich: Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung der europäischen Pharmaindustrie insgesamt betrugen 2014 rd. 30,5 Mrd. Euro. Bei den forschenden Pharma-Unternehmen in Deutschland arbeitet jeder fünfte Beschäftigte in der Forschung.

Denis Félix/Interlink Images

Insulin-Produktion bei Sanofi Aventis. Insulin-Produktion bei Sanofi Aventis.
08.10.2015
  • Von: Axel Stefan Sonntag

Vorbildlich aufgestellt ist die Pharma-Industrie mit Blick auf den hohen Frauenanteil im Vergleich zu anderen Sektoren der Spitzentechnologie: Rd. 41% der Beschäftigten in der Pharma-Branche sind weiblich. Damit liegt der Anteil deutlich über dem Durchschnitt des Verarbeitenden Gewerbes (knapp 19%).

Die deutsche Pharmaindustrie zeichnet sich durch große Innovationskraft aus: Fast 80% der forschenden Pharma-Unternehmen haben nach Angaben des Verbandes forschender Arzneimittelhersteller zwischen 2010 und 2013 mindestens eine Produkt- oder Prozessinnovation auf den Markt gebracht.

Darüber hinaus umfassen pharmazeutische Neuerungen auch solche Entwicklungen, die den Nutzen für den Patienten und/oder die Gesellschaft erhöhen. Das sind zum Beispiel neue Therapien zur Vorbeugung gegen Krankheiten, veränderte Darreichungsformen und neue Ansätze, die das Risiko von Nebenwirkungen senken.

Der Bedarf an pharmazeutischer Forschung bleibt angesichts der bestehenden Herausforderungen hoch: Nur für einen Teil der bekannten Krankheiten gibt es derzeit Behandlungsmöglichkeiten. Ebenso verlangt die Zunahme altersbedingter Krankheiten nach einer kontinuierlichen Fortsetzung der Forschungsanstrengungen. Und neben der positiven Wirkung für die Lebensqualität der Betroffenen besteht ein hoher wirtschaftlicher Druck, krankheitsbedingte Kosten durch angemessene Behandlungsmethoden zu reduzieren.

Konjunkturresistente Branche

Nicht zuletzt dank dieser Stärken kam die deutsche Pharmaindustrie überwiegend stabil durch die Wirtschafts- und Finanzkrise. 2014 betrug der Umsatz der in Deutschland ansässigen pharmazeutischen Unternehmen knapp 45 Mrd. Euro und stieg damit um 5% gegenüber dem Vorjahr. .

In den vergangenen Jahren war die Anzahl der neu zugelassenen Wirkstoffe in Deutschland allerdings deutlich zurückgegangen – die so genannte „Produktpipeline“ leerte sich. Dieser Trend hat sich 2014 nicht mehr fortgesetzt: Die Zahl neu zugelassener pharmazeutischer Wirkstoffe stieg gegenüber dem Vorjahr deutlich, und zwar sowohl bezogen auf neue biopharmazeutische als auch synthetische Wirkstoffe. Trotzdem stehen die Pharma-Unternehmen unverändert generell unter dem Druck, nachhaltig innovativ sein zu müssen. Dabei reagieren sie je unterschiedlich darauf: Während einerseits die Frage der „Forschungsrendite“ stärker in den Fokus rückt und vermehrt mit Zukäufen reagiert wird, verstärken andere Unternehmen ihre Investitionen in die eigene Forschung und Entwicklung.

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