Chemie

Stärkster Standort in Europa

Zur deutschen Chemieindustrie zählen 2018 rund 1.082 Unternehmen mit mehr als 320.000 Beschäftigten im Inland. Schließt man die pharmazeutischen Betriebe mit ein, so finden etwa 430.000 Arbeitnehmer in der chemisch-pharmazeutischen Industrie ihren Arbeitsplatz.

Bayer HealthCare AG

Abfüllstation Mitarbeiter in der Abfüllstation im Supply Center von Bayer HealthCare in Bergkamen.
  • Von: Axel Stefan Sonntag
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Im Jahr 2018 verbuchten die Unternehmen der deutschen chemisch-pharmazeutischen Industrie mehr als 190 Milliarden Euro Umsatz. Nach wie vor ist die Bundesrepublik einer der größten Chemieproduzenten der Welt. In Europa bringt es die deutsche chemische Industrie auf mehr als ein Viertel der gesamten EU-Produktion. Damit ist Deutschland der mit Abstand stärkste Chemiestandort unseres Kontinents.

Die Chemieunternehmen sichern außerdem über die eigenen 320.000 Stellen hinaus sehr viele weitere Arbeitsplätze bei inländischen Zulieferern. Zusätzlich gewährleistet die Branche mit ihren Produkten entlang der industriellen Wertschöpfungsketten weitere Beschäftigung in Deutschland.

Chemie sichert Wohlstand

Als eine der innovativen Leitbranchen der deutschen Volkswirtschaft trägt sie entscheidend zur Sicherung der volkswirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und zum Wohlstand Deutschlands bei. Sie ist damit eine der tragenden Säulen der deutschen Wirtschaft.

Ihre Stärke bewies die chemische Industrie nicht zuletzt in der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009. Gut und schnell überstanden die Unternehmen den Konjunktureinbruch. Schon im Jahr 2011 konnte die Branche die Rekordumsatz- und Produktionszahlen von 2008 übertreffen. Dazu haben maßgeblich die Beschäftigung sichernden Maßnahmen der Sozialpartner und der Bundesregierung während der Krise beigetragen. Der starke Aufschwung nach der „Delle“ zeigte, dass die Branche die Herausforderungen durch die zunehmenden internationalen Verflechtungen und den intensiveren Wettbewerb angenommen und mit Erfolg bewältigt hat.

Denn die chemische Industrie hat hinsichtlich ihrer Wirtschaftlichkeit ihre "Hausaufgaben“ bereits in den 90-er Jahren gemacht: Durch umfangreiche Restrukturierungen und Modernisierungsprozesse haben sich die Unternehmen an einen veränderten Wettbewerb angepasst. Ein Beispiel für diese – für die Arbeitnehmer nicht immer leichten – Veränderungen ist die Entstehung leistungsfähiger Chemie- und Industrieparks. Hier produziert ein erheblicher Teil der chemischen und pharmazeutischen Unternehmen mittlerweile sehr erfolgreich.

Bayer AG

An der Apparatur für Schmelzpolycarbonat-Synthese An der Apparatur für Schmelzpolycarbonat-Synthese: Ein angehender Chemikant und sein Ausbilder halten fertiges Polycarbonat in Händen, das aus dem Kessel abgesponnen wurde.
Erfolgsfaktoren der deutschen Chemieindustrie:

  • wie leistungsfähige Abnehmerindustrie trägt ihren Teil zur Stärke der Chemieindustrie in Deutschland bei.
  • Die Arbeitskräfte in Deutschland gehören nach wie vor zu den am bestqualifizierten in Europa. Davon profitiert in hohem Maße die hiesige chemische Industrie. Das duale System der Berufsausbildung und das hohe Niveau an den Fachhochschulen und Universitäten bieten Gewähr dafür, dass die Unternehmen über hervorragend qualifizierte Arbeitskräfte verfügen können.
  • Die chemische Industrie in Deutschland hat – mit Unterstützung der Arbeitnehmervertretungen – schon früh innovative Arbeitsgestaltungskonzepte eingeführt. Das wiederum hat technologische und organisatorische Umgestaltungen, aber ebenso neue unternehmerische Strategien ermöglicht.
  • Es ist unbestritten, dass die über Jahrzehnte entwickelte Sozialpartnerschaft – sowohl in den Unternehmen zwischen Betriebsräten und Management, als auch zwischen dem Arbeitgeberverband (BAVC) und der IG BCE – ein Erfolgsfaktor für die hiesige chemische Industrie darstellt.
  • Diese Sozialpartnerschaft gilt als ein positives Element, welches insbesondere die „weichen“ Erfolgsfaktoren in den Betrieben befördert. Konkret: Motivation und Leistungsfähigkeit, Qualität der Führung, Veränderungsbereitschaft der Organisation und die Entwicklung/Karriere der Mitarbeiter.
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