Chemiefaserindustrie

Konzentration auf Hochleistungsfasern

2018 arbeiten in der deutschen Chemiefaserindustrie 8529 Menschen. Jährlich setzt die Branche rund 2,18 Milliarden Euro um. Um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können, muss die Branche weiterhin auf Innovationen und ihre qualifizierten Beschäftigten setzen.

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Chemiefasern Chemiefasern

Die Chemiefaserindustrie ist ein vergleichsweise junger Zweig des verarbeitenden Gewerbes. Erst nach 1930 erlebte sie ihre wirtschaftliche Blüte dank der Erfindung und Markteinführung unter anderem von Polyvinylchlorid-Fasern, Polyamid-Fasern (Nylon, Perlon) oder Elastanfasern. Produktion und Nachfrage von Chemiefasern erreichten in Deutschland in den sechziger Jahren ihren Höhepunkt.

Weltweit steigt die Produktion von Chemiefasern seitdem weiter an. Heute wird der Markt jedoch zunehmend von asiatischen Anbietern – allen voran China – mit Massenware zu Niedrig- und zum Teil sogar Dumpingpreisen beherrscht. Rund 90 Prozent der Weltproduktion kommen aus Fernost – allein 65 Prozent aus China. Der Anteil Westeuropas an der Gesamtproduktion liegt mit 2,5 Mio. t bei knapp 4 Prozent Der deutsche Anteil beträgt nur noch knapp 1 Prozent. Vor allem für die Textilwirtschaft - zum Beispiel für Anzug-, Kleider-, Futterstoffe, Wäsche und Strümpfe oder Bade- und Sportbekleidung - besteht weltweit ein beträchtliches Überangebot.

Das erhöht den Druck auf die Preise und verringert die Margen für die produzierenden Unternehmen. Die deutschen Hersteller haben darauf mit der verstärkten Konzentration auf Hochleistungsfasern und Spezialisierungen reagiert – vor allem für den Einsatz in eher technische Anwendungsgebiete wie etwa

  • Raumtextilien mit permanenter Schwerentflammbarkeit,
  • zahlreiche Filteranwendungen oder auch
  • Synthesefasern als Precursor für Carbonfasern, die zu modernen Leichtbau-Verbundwerkstoffen verarbeitet werden.

Die IG BCE leistet ihren Beitrag zur Branchenentwicklung, indem sie vor allem ihre Rahmenbedingungen mitgestaltet. Dazu gehören faire Wettbewerbsbedingungen, Innovation fördernde Regelungen, eine sichere und bezahlbare Energieversorgung, aber auch die Förderung von "Guter Arbeit", Qualifikation und Weiterbildung.

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