Arbeitsplatz Torfarbeiter

Beinah romantisch

Ernst Christian Kahrs (51) ist Torfarbeiter bei COMPO in Gnarrenburg.

Karsten Klama

Torfarbeiter bereiten die Böden mit Baggern, Raupen und Fräsen für den Torfabbau vor. Torfarbeiter bereiten die Böden mit Baggern, Raupen und Fräsen für den Torfabbau vor, ernsten den getrockneten Torf und schieben ihn zu Wällen zusammen.
04.06.2013
  • Von: Sigrid Thomsen
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"Das Beste am Torfabbauen ist das Arbeiten in der Natur. Draußen im Moor mache ich alles, was anliegt und was das Wetter vorschreibt: Ich hebe mit dem Bagger Gräben zur Entwässerung aus. Oder ich fräse neue Flächen, wenn sie noch bewachsen sind. Das dauert auf etwa fünf Hektar zwei, drei Tage. Bei gutem Wetter wird gegrubbert. Dazu kommt ein vier Meter breiter Pflug mit besonderen Zinken an den Schlepper, der lockert die Torfschicht auf, damit sie trocknet. Manchmal sitze ich auch den ganzen Tag auf der Pistenraupe und schiebe Wälle aus trockenem Torf am Rand zusammen. Der wird dann auf Loren zum Werk gefahren, durchgesiebt, gemahlen und in Plastiksäcke abgefüllt. Wir arbeiten hier Hand in Hand.

Karsten Klama

"Das Beste am Torfabbauen ist das Arbeiten in der Natur", sagt Ernst Christian Kahrs. "Das Beste am Torfabbauen ist das Arbeiten in der Natur", sagt Ernst Christian Kahrs.
Jetzt in der Saison, wenn die Gartenbaubetriebe viel Torf bestellen, sind außer uns 62 fest angestellten noch etwa halb so viele Leiharbeiter dabei. Für sie ist es schwieriger, weil sie sich an die Arbeit mit den schweren Maschinen nicht gewöhnen können. Sie müssen ja immer wieder was anderes machen. Das Torf- und Humuswerk ist der drittgrößte Arbeitgeber hier, davon hängt ein Teil der lokalen Wirtschaft ab. Zurzeit machen wir uns Sorgen um die Arbeitsplätze. Wenn aus Klimaschutzgründen keine neuen Flächen für den Torfabbau mehr freigegeben werden, wie der neue niedersächsische Umweltminister es vorhat, dann steht unsere Zukunft auf dem Spiel. Und auch die der nächsten Generation. Wir erhalten ja die Arbeitsplätze nicht nur für uns selbst.

Ich bin schon seit 30 Jahren dabei, zuerst als Schlosser und Schmied in der Werkstatt, jetzt als Maschinist meist draußen. Neulich kamen in der Frühstückspause Rehe ganz nah an den Schlepper, ich kenne sie fast schon mit Namen. Manchmal fahre ich abends noch vom hellen, belebten Hauptwerk ins dunkle Moor hinaus, um Loren zu holen. Das ist beinahe romantisch. Mein Vater hat hier auch 40 Jahre lang als Torfstecher gearbeitet, in der ersten Zeit noch mit dem Spaten. Vielleicht habe ich deshalb so eine Schwäche für diesen Beruf."

Karsten Klama

Torfabbau in Gnarrenburg. Torfabbau in Gnarrenburg.

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