Mein Arbeitsplatz

Parallel verkabelt

"Da würde der Fliesenleger verrückt, wenn er die einzeln verarbeiten müsste." sagt Oliver Kornab. Er ist seit 22 Jahren Elektromeister im Fliesen-Werk Jasba im Westerwald.

Frank Rogner

04.06.2014
  • Von: Dagny Riegel

In dem Prozessor im Schaltschrank steckt die Intelligenz der ganzen Anlage. Wir bauen eine neue Maschine, die Glasgewebe auf die Fliesen leimt. Mosaikfliesen sind oft nur einen Quadratzentimeter groß, da würde der Fliesenleger verrückt, wenn er die einzeln verarbeiten müsste.

Als Elektroniker habe ich bei der Planung mitgearbeitet, die Schaltpläne (170 Seiten) gezeichnet und die Maschine programmiert. Die Planung hat eineinhalb Jahre gedauert. Sonst wird das an externe Ingenieurbüros vergeben. Aber wir können es selbst, das Know-how bleibt hier. Jetzt teste ich, ob alles läuft. Dazu schließe ich den Laptop an den Schaltschrank an und simuliere den Betrieb der Maschine. Die steht noch nicht. Von jedem Sensor geht später ein Kabel hier rein und umgekehrt eines raus an die Frequenzumrichter. Damit regelt man das Tempo des Fließbands, damit die Fliesen nicht aneinanderstoßen, oder dieTemperatur zum Trocknen des Leims,damit die Fliesenbahnen nicht verkleben. In der Simulation läuft alles.

Spannend wird es, wenn wir die Verlegemaschine austauschen. Wir haben ein Ziel: zweieinhalb Wochen Umbauzeit sind nicht viel. Die Schlosser demontieren die alte Anlage und bauen die neue auf, wir verkabeln parallel. Bei der Verdrahtung muss man sich besonders konzentrieren. Sehr aufpassen müssen wir, wenn wir vom Computer-Netzwerk auf Maschinen in der Halle zugreifen, weil wir hier in der Werkstatt ja nicht sehen, wenn dort ein Motor angeht.

Wir müssen fit am Computer sein, für alles gibt es Programme: für die Temperaturregler, die Frequenzumrichter und zum Zeichnen der Schaltpläne sowieso. Das wird immer vielfältiger, es gibt ja noch die älteren Maschinen. Da ich bereits seit mehr als 22 Jahre bei Jasba bin, kenne ich die älteren Anlagen und kann bei Problemen mein Wissen einbringen. Vor ein paar Jahren haben wir eine gesamte Produktionslinie neu gebaut, inklusive Ofen. Da hatten wir mehrere Schaltschränke und externe Dienstleister. Ich habe auch damals das Projekt betreut.

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