Mein Arbeitsplatz

Geschulte Augen notwendig

Michael Hölter (55) arbeitet bei der Cordenka GmbH & Co. KG in der Düsenstation.

Andreas Reeg

Muss ganz genau hinschauen: Michael Hölter am Düsenmontageautomaten. Muss ganz genau hinschauen: Michael Hölter am Düsenmontageautomaten.
03.04.2018
  • Von: Isabel Niesmann
Schlagworte

Eine millimetergroße Unebenheit, ein fehlendes, ein verformtes oder ein verstopftes Loch – ich muss bei meiner Arbeit ganz genau hinsehen. 720, 1000 oder 1350 einzelne Löcher haben die einzelnen Düsen. Durch die Düsen wird flüssige Viskose gedrückt und so Industriegarn hergestellt: Die Lochzahlen bestimmen die Anzahl der einzelnen Fasern im Garn. Zur Kontrolle halte ich die fertig montierten Düsen deshalb unter Licht und überprüfe alle Löcher. Die jahrelange Erfahrung hat meinen Blick dafür geschult.

Früher haben wir alle Düsen händisch montiert, heute ist das nur noch bei kleineren Chargen der Fall. Die Düsen sehen sehr ähnlich aus. Aber bestimmte Düsen sind für bestimmte Muttern, bestimmte Düsentypen für bestimmte Einsatzbereiche. Da darf nichts vertauscht werden. Deshalb ist es so wichtig, sie sorgfältig und gewissenhaft zusammenzuschrauben.

Mittlerweile macht das meiste die Maschine allein. Dafür muss ich den Düsenmontageapparat aber korrekt programmieren und kalkulieren, wie viele Düsen benötigt werden und dann dementsprechend bestücken. Dichtungen, Düsenmutter und Düsenblättchen setzt der Automat mechanisch auf. Wenn irgendwo was hängt oder klemmt, können wir das aber oft selber beheben.

Vor 40 Jahren lernte ich Großhandelskaufmann. Danach arbeitete ich sechs Jahre an einer Drehmaschine in der Metall verarbeitenden Industrie und wechselte 1988 zu Cordenka. Erst war ich in der Spinnerei, dann in der Spinnpumpenstation. 2001 kam ich an meinen jetzigen Arbeitsplatz.

Der Beruf ist sehr abwechslungsreich: Ich arbeite handwerklich, bediene den Automaten, verübe Schriftarbeiten und bin in der Demontage und Reinigung der Düsen tätig. Gleichzeitig bin ich sehr eingebunden in den Produktionsprozess. Es ist ein sehr schöner, sauberer Arbeitsplatz und wir haben ein gutes Betriebsklima. In meiner Freizeit spiele ich gerne Fußball, verbringe Zeit mit meiner Familie und fahre im Sommer die zwölf Kilometer zur Arbeit mit dem Fahrrad.

Nach oben