Arbeitsmarkt

Min­dest­lohn soll auf 8,84 Eu­ro steigen

8,84 statt 8,50 Euro – ab Januar 2017 soll der Mindestlohn nach Empfehlung der Mindestlohnkommission um 34 Cent pro Stunde steigen. Basis für die Erhöhung des Mindestlohns ist die Steigerung des durchschnittlichen tariflichen Stundenlohns. Gute Tarifabschlüsse der vergangenen eineinhalb Jahre kommen damit auch Geringverdienern zu Gute.

Daniel Bockwoldt - dpa

Mindestlohn - DGB-Broschüre

Von der ersten Anhebung des Mindestlohns profitieren laut DGB-Vorstands- und Kommissionsmitglied Stefan Körzell rund vier Millionen Beschäftigte. "Sie werden ab 1. Januar in einer Vollzeitstelle monatlich ca. 55 Euro mehr in der Tasche haben“, sagte Körzell. "Der höhere Mindestlohn ist aber auch positiv für Wirtschaft sowie Steuer- und Sozialsysteme: Jeder Cent bedeutet 70 Millionen Euro mehr Kaufkraft pro Jahr – und damit mehr Steuer- und Beitragseinnahmen.“

Die Berechnung des neuen Mindestlohns orientiert sich am so genannten Tarifindex des Statistischen Bundesamtes. Dieser errechnet die Steigerung des durchschnittlichen tariflichen Stundenlohns, basierend auf den Tarifabschlüssen der vergangenen eineinhalb Jahre. Das waren 3,2 Prozent. Nach Forderungen der Gewerkschaften nahm die Kommission nun auch den jüngsten Tarifabschluss für den öffentlichen Dienst mit als Basis, der noch nicht durch Auszahlung wirksam geworden ist.

Die Mindestlohnkommission, die frei von politischer Einflussnahme entscheiden soll, legt die Höhe nach Einführung des Mindestlohnes 2015 alle zwei Jahre neu fest. Außer dem Vorsitzenden gehören ihm je drei Vertreter der Gewerkschaften und der Arbeitgeber sowie zwei beratende Wissenschaftler an.

Die Bundesregierung wird nun prüfen, ob sie der Empfehlung folgt und den gesetzlichen Mindestlohn per Rechtsverordnung zum 1. Januar 2017 anhebt.

Der gesetzliche Mindestlohn wirkt

Die Zahlen belegen es immer wieder: Der Mindestlohn wirkt. In allen Bundesländern sind die Löhne der untersten Einkommensgruppe in diversen Branchen deutlich gestiegen. Auch ein "Jobkiller" ist der Mindestlohn mitnichten. Im Gegenteil: Deutschlandweit hat die Beschäftigung in Branchen zugenommen, in denen der Mindestlohn für ein Lohnplus sorgte.

Eine Datenkarte des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) gibt einen guten Überblick für alle Bundesländer.

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