IG BCE aktuell 10-2016

So geht Betriebszeitung!

Auf dem Smartphone blinken Eilmeldungen auf, im Browser und per E-Mail kommen weitere Infos dazu und wer will holt sich die Zeitungs-App gleich aufs Tablet. Überall werden wir mit Nachrichten konfrontiert, bisweilen gar in Echtzeit. Sind Zeitungen da überhaupt noch aktuell? Wie macht man eine gute Zeitung? Und wie kann man Kolleginnen und Kollegen medial erreichen? Das waren Themen auf ersten IG-BCE-Jahrestagung der Zeitungsmacher.

Sascha Schrader

Tagung Zeitungsmacher - Dozent
16.11.2016

Mehr als 40 Betriebsräte und Vertrauensleute trafen sich Mitte November im Tagungszentrum in Bad Münder, um über ihre Arbeit zu sprechen und neue Impulse einzuholen. Wirtschaftsjournalist Bernd Kupilas sprach über die Zukunft des Journalismus, der vor allem bei spezialisierten Medien wie Betriebszeitungen nach wie vor eine große Rolle spielt. Zeitungen bieten Informationen und zugleich Privatsphäre - denn welche Artikel man im Printprodukt liest, kann niemand nachverfolgen, anders als beispielsweise im Browser oder in der App auf dem Smartphone.

Der freie Journalist Ludwig Rademacher gab Tipps zur Themenfindung und Heftplanung. Was Arbeitgeber für belanglos hielten, könne für die Mitbestimmung hingegen relevant sein. Bei Betriebszeitungen allerdings gilt das Presserecht nicht uneingeschränkt. Die Schreibenden sind schließlich in der Regel Mitarbeiter und damit auch an die Pflichten eines Arbeitsvertrages gebunden. Was man in der Betriebszeitung schreiben darf und was nicht, darüber gab Arbeitsjurist Ralf Wichmann einen Überblick.

Wie man eine Zeitung gestaltet, eine Redaktion aufstellt und effizient zusammenarbeitet, das war ein wichtiges Thema in den Workshops - zumal es vielen schwerfällt, Kolleginnen und Kollegen für die Mitarbeit zu gewinnen. Das Spannungsfeld von Arbeitnehmervertretung und Arbeitgebern als Herausgeber beleuchtete Christian Cauers, Pressesprecher der Volkswagen-Tochter Autovision. Neben den Vorträgen und Workshops gab es auch viele Gelegenheiten zum Erfahrungsaustausch. Fünf Teilnehmende stellten ihre Zeitungen vor und stellten sie zur Diskussion.

Zur zweitägigen Veranstaltung eingeladen hatten die Abteilungen Bildung sowie Medien und Kommunikation, die den Aufbau eines Redaktionsverbunds vorstellten. Der Verbund stellt den Austausch der Redaktion sicher, bietet aber auch Tipps und Tricks für die tägliche Arbeit in einer Redaktion. Außerdem können über den Redaktionsverbund Beiträge zu allgemeinen, übergreifenden Themen bezogen und für die eigenen Medien verwendet werden.

Im Rahmen der Tagung wurde auch ein Wettbewerb zur besten Betriebsratszeitung beziehungsweise zur besten Vertrauensleutezeitung ins Leben gerufen. Die Gewinner werden auf dem Gewerkschaftskongress im kommenden Jahr bekanntgegeben. Weitere Informationen dazu folgen auf igbce.de

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