Wettbewerb "Gelbe Hand"

Jugendliche der IG BCE gewinnen drei von sechs Preisen

Großer Erfolg für die IG-BCE-Jugend: Bei der Preisverleihung zum Wettbewerb “Die gelbe Hand” am 12. März in der Thüringer Staatskanzlei in Erfurt wurden gleich drei Gruppen aus der Gewerkschaft für ihren Einsatz für Gleichbehandlung, gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus ausgezeichnet. 

IG BCE

Heute stellt sich eine bunte Vielfalt gegen die braune Soße: ob bei Veranstaltungen zum 1. Mai, bei der Bundesjugendkonferenz oder der Delegiertenkonferenz des Landesbezirks Nord – neun Monate lang haben die Jugendlichen des Jugendausschuss des IG-BCE-Bezirks Hamburg/Harburg 2014 an ihrem Mosaik gegen Fremdenfeindlichkeit gearbeitet.
13.03.2014
  • Von: Wolfgang Lenders Sigrid Thomsen

Der Jugendausschuss des IG-BCE-Bezirks Hamburg/Harburg erhielt den ersten Preis, der IG-BCE-Bezirksjugendausschuss Leverkusen mit der JAV der Firma Currenta in Zusammenarbeit mit der JAV der Bayer AG den dritten Preis und der Landesbezirksjugendausschuss Hessen-Thüringen der IG BCE den Sonderpreis Thüringen. 

Rund 40 Projekte hatten sich in diesem Jahr um den Preis des Vereins Mach meinen Kumpel nicht an! beworben. „Ich bin überwältigt von eurer Kreativität“, sagte der Vorsitzende Giovanni Pollice. „Es ist nicht selbstverständlich, sich für Akzeptanz und Gleichbehandlung einzusetzen. Längst sei Fremdenfeindlichkeit und Rassismus ein Phänomen in der Mitte der Gesellschaft. Um dem vorzubeugen, forderte Pollice eine intensive politische Aufklärungs- und Bildungsarbeit. Es gehe darum, Schüler frühzeitig anzusprechen und zu immunisieren. Zu diesem Zweck hat die Initiative spezielles Bildungsmaterial entwickelt – und auch die Beiträge zum Wettbewerb sollen da ihren Beitrag leisten. Über seine Webseite macht der Verein alle eingereichten Projekte der Öffentlichkeit zugänglich.

Bei der Preisverleihung betonte Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht, wie wichtig das Engagement junger Menschen sei. „Bei der Würde des Einzelnen im Alltag fängt es an“, sagte sie. Lieberknecht teilt sich die diesjärige Schirmherrschaft des Wettbewerbs mit Klaus Wiesehügel, dem Präsidenten der Stiftung Soziale Gemeinschaft – Nachhaltige Entwicklung und ehemaligen Vorsitzenden der IG BAU.

„Sie mobilisierten hunderte von Menschen“, lobte Lieberknecht in ihrer Laudatio den Jugendausschuss des IG-BCE-Bezirks Hamburg/Harburg. Für ihr Mosaik „Vielfalt statt braune Einfalt – gemeinsam anders!“ und die damit verbundenen Aktivitäten im vergangenen Jahr erhielten die Jugendlichen den mit tausend Euro dotierten ersten Preis. Ob bei Veranstaltungen zum 1. Mai, bei der Bundesjugendkonferenz oder der Delegiertenkonferenz des Landesbezirks Nord – neun Monate lang haben sie andere Menschen in Gespräche verwickelt und dabei insgesamt 280 Porträtfotos für ihr Mosaik aufgenommen.

Martin Sieber

Bei der Preisverleihung betonte Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht, wie wichtig das Engagement junger Menschen sei. „Bei der Würde des Einzelnen im Alltag fängt es an“, sagte sie.
Nun wirbt ein Plakat mit lachenden Gesichtern „für eine offenere, buntere Gesellschaft, ohne Intoleranz, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit ein“, wie es ihrer Bewerbung für den Wettbewerb heißt. Die ersten Bilder klebten sie während der Kundgebung zum 1. Mai 2013 in Hamburg auf. Dort ließen Kinder auch Luftballons in den Himmel steigen mit Postkarten, auf denen stand „Ich möchte, dass Behinderte integriert und respektiert werden“ oder „Ich möchte, dass Homosexualität als normal angesehen wird“. Der Bezirksjugendausschuss, der sich diese Aktionen ausgedacht hat, nennt sich selbst einen „bunt zusammen gewürfelten Haufen von Auszubildenden, Jugend- und Auszubildendenvertretungen, Studenten und Arbeitnehmern“.

Einen ganz anderen Ansatz wählten die Jugend- und Auszubildendenvertreter der Currenta: Sie wollten mit einer großen Skulptur ein Zeichen setzen – und starten erst einmal einen eigenen Wettbewerb, bei dem sie die Auszubildenden dazu aufriefen, Modelle für solch eine Skulptur einzureichen. Aus der Vielzahl der Entwürfe wählten sie schließlich einen aus: Das Gelbe-Hand-Logo mit einem dahinterliegenden Strudel. „Es soll den Sog von Fremdenhass, Gewalt und Antisemitismus symbolisieren“, sagte ein Mitglied der Gruppe bei der Präsentation des Projekts. „Die Hand soll den Sog stoppen.“ Die Auszubildenden bauten eine etwa zwei Meter große Version der Skulptur, die seitdem bei Veranstaltungen in ganz Deutschland zu sehen ist. „Ihr seid durch euren Wettbewerb selbst zu Multiplikatoren geworden“, lobte Klaus Wiesehügel, der die Urkunde überreichte, das Projekt.

Einen Film produziert hat der Landesbezirksjugendausschuss Hessen-Thüringen der IG BCE – und das war der Jury den Sonderpreis Thüringen wert. In ihrem Film „Spiel (k)eine Rolle“ setzen sich die Jugendlichen spielerisch mit dem Thema Geschlechtsrollenerwartungen auseinander. Und zeigen wie es aussieht, wenn sie nicht erfüllt werden: Den Mann, der nach der Arbeit Ballett tanzt, die Frau, die sich mal eben eine Flasche Bier an den Hals setzt – und Männer, die bei einer romantischen Szene im Fernsehen zu weinen anfangen. „Wir hatten uns schon bei der Landesjugendkonferenz mit dem Thema Toleranz/Akzeptanz beschäftigt“, sagte Anne Weinschenk, Landesjugendsekretärin Hessen-Thüringen. „Bei einem gemeinsamen Wochenende sind wir dann auf die Idee gekommen, einen Film über Klischees und Rollendenken zu machen.“

Der Verein Mach meinen Kumpel nicht an! setzt sich auf Initiative der Gewerkschaften seit 1986 gegen Rassismus und Fremdenfeinlichkeit ein. Die Idee dazu kam aus Frankreich – und auch das Zeichen, die gelbe Hand. Der nach dem Logo benannte Preis wird jedes Jahr vergeben.

Wichtig ist das Engagement der Initiative auch vor dem Hintergrund der Europawahl. Er sehe die Gefahr einer rechtspopulistischen Wende in der EU, sagte Giovanni Pollice bei der Preisverleihung. Daher untzerstützt der Verein die Kampagne vom DGB, der sich klar gegen Rassismus und Intolleranz positioniert hat. 

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