42. Recklinghäuser Tagung

Chancengleichheit fängt in den Köpfen an

„Vielfalt hat kreatives Potenzial – homogen ist langweilig“, so erklärte der Kölner Schulleiter Bernd Knorreck auf prägnante Weise sein Leitmotiv. Das Genoveva-Gymnasium in Köln-Mühlheim erhielt 2011 den Deutschen Schulpreis für erfolgreiche Integrationsarbeit. Auf der diesjährigen Recklinghäuser Tagung der IG BCE am 1. Dezember stellte Knorreck das interkulturelle Konzept seiner Schule vor.

Frank Rogner

42. Recklinghäuser Tagung

Bildung war dieses Mal das zentrale Thema der migrationspolitischen Veranstaltung. So lautete das Motto: „Bildung für Alle – Interkulturalität als Chance“. 

Der stellvertretenden Vorsitzende der IG BCE, Ulrich Freese und Jochen Weber, stellvertretender Bürgermeister, durften rund 300 Gewerkschaftsmitglieder in der städtischen Festhalle begrüßen. Uli Freese betonte, dass Zugang zu Bildung nicht vom Portemonnaie der Eltern abhängen dürfe.  Denn dies benachteilige oft Kinder aus Migrantenfamilien. Die Politik forderte er zum Handeln auf: „Chancengleichheit darf nicht nur proklamiert werden, sie muss realisiert werden.“

Die Wissenschaftsministerin von Nordrhein-Westfalen, Svenja Schulze, nahm den Appell auf und unterstrich, dass die Landesregierung willens sei, Bildungsgerechtigkeit zu verwirklichen.  So verwies sie auf die Abschaffung der Studiengebühren. Doch das reiche nicht, das Bildungssystem müsse sich öffnen, der Weg an die Universität gerade für Migranten erleichtert werden.

Dass bei der IG BCE das Thema Bildung  ganz oben auf der Agenda steht, hob Edeltraud Glänzer, zuständiges Vorstandsmitglied, hervor.  Der Tarifvertrag „Zukunft durch Ausbildung“ sei eine von vielen gewerkschaftlichen Maßnahmen, um jungen Menschen, mit und ohne Migrationshintergrund,  eine Lebensperspektive zu schaffen. Doch letzlich müsse der Wandel hin zu mehr Bildungsgerechtigkeit in der Gesellschaft vollzogen werden:  „Chancengleichheit fängt in den Köpfen an.“ 

Ein Novum auf der Recklinghäuser Tagung waren die drei Diskussionsforen, in denen die Mitglieder sich austauschen konnten. Themen waren die Rolle der Eltern, der Übergang von der Schule zur Ausbildung, sowie das Potenzial interkultureller Frauen. 

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