image description

Tipps und Infos für Azubis

Tipps und Infos für Azubis > Nach der Ausbildung > 

01.12.2014

Von: Rolf Winkel

Tipps für Azubis

Wichtig für die Jobsuche: Pendelkosten und Umzug kann die Arbeitsagentur übernehmen

Wenn du einen Job in einem weiter entfernten Ort angeboten bekommst, kommen natürlich Kosten auf dich zu. Du musst dir vielleicht eine eigene Wohnung nehmen, Umzugs- oder Pendelkosten fallen an. Und als Azubis konntest du vom deinem Ausbildungsentgelt wohl wenig ansparen. Wichtig zu wissen: In solchen Fällen kann dir die Arbeitsagentur unter die Arme greifen.

Die Arbeitsagenturen beteiligen sich an den Fahrtkosten zu einer neuen auswärtigen Stelle, sie erleichtern eine doppelte Haushaltsführung und sie übernehmen Umzugskosten - jedenfalls so lange wie ihre Haushaltsmittel für diese Leistungen reichen. Nach §44 des dritten Sozialgesetzbuchs können die Arbeitsagenturen nämlich aus dem Vermittlungstopf die „Anbahnung oder Aufnahme einer versicherungspflichtigen Beschäftigung“ fördern. Übernommen werden dabei die angemessenen Kosten „soweit der Arbeitgeber gleichartige Leistungen nicht oder voraussichtlich nicht erbringen wird“.

Um die so genannten Mobi-Hilfen zu bekommen, musst du nicht arbeitslos sein, es reicht, dass dir Arbeitslosigkeit droht. Allerdings prüfen viele Agenturen, ob du selbst in der Lage bist, die Kosten zu tragen. Im Arbeitsagentur-Merkblatt „Vermittlungsdienste und Leistungen“ findet sich die nichtssagende Formel: „Die notwendigen Kosten können übernommen werden. Welche dies im Einzelfall sind, besprechen Sie bitte mit Ihrem Arbeitsvermittler.“ Generelle bundesweit geltende Förder-Obergrenzen gibt es nicht. Die im Folgenden genannten Werte dienen lediglich der Orientierung:

Pendelkosten: Sechs Monate lang können die Kosten für die tägliche Fahrt zwischen Wohnung und auswärtiger Arbeitsstelle übernommen werden. In der Regel kommen die Arbeitsagenturen für die Bundesbahn-Kosten (2. Klasse, bei Inanspruchnahme von Ermäßigungen) auf. Falls erforderlich, wird auch Kilometergeld für die Anreise per PKW erstattet (20 Cent pro Kilometer, häufig gilt eine Obergrenze für die monatlichen Kosten von 476 Euro, teilweise wird ein Maximalwert von 260 Euro genannt).

Doppelte Haushaltsführung: Wer nicht pendelt, sondern einen zweiten Haushalt am neuen Arbeitsort führt, kann eine Trennungskostenbeihilfe erhalten. Monatlich zahlen die Arbeitsagenturen eine Zeitlang am neuen Arbeitsort bis zu 476 Euro im Monat. Zur Erläuterung: Bis zu diesem Maximalbetrag werden auch Kosten für Unterkunft und Verpflegung bei Bildungsmaßnahme übernommen. Diese Hilfe gibt es für Verheiratete wie für Alleinstehende. Fahrtkosten- und Trennungsbeihilfen müssen stets vor Aufnahme der Beschäftigung beantragt werden.

Umzug: Die Agentur beteiligt sich an den Kosten eines Umzugs, wenn dieser für die Aufnahme oder Beibehaltung des neuen Arbeitsverhältnisses erforderlich ist. Früher galt hierfür ein Maximalbetrag von 4.500 Euro, ein solcher Betrag wird derzeit nicht mehr genannt, an manchen Orten gilt ein Maximalbetrag von 2.500 Euro. Umzugskosten werden nur erstattet, wenn der neue Arbeitsplatz außerhalb des so genannten Tagespendelbereichs liegt. Zur Erläuterung: Wer einen Vollzeitjob sucht, muss eine tägliche Hin- und Rückfahrzeit von 150 Minuten in Kauf nehmen. Ein Umzug von Köln nach Düsseldorf würde deshalb in der Regel von der Arbeitsagentur nicht finanziert.

Die Entscheidung zum Umzug muss niemand übers Knie brechen. Zunächst kann man einige Monate (mit Kostenerstattung) pendeln oder sich einige Monate (mit Trennungsbeihilfe) ein möbliertes Zimmer am neuen Arbeitsort nehmen und danach erst umziehen. Diese Hilfe muss allerdings vor dem Umzug beantragt werden.

Wichtig: Alle beschriebenen Mobilitätshilfen brauchen nicht zurückgezahlt zu werden.

Nach oben