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Tipps und Infos für Azubis

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01.12.2014

Von: Rolf Winkel

Tipps für Azubis

Neue Probezeit im „ersten Job“?

Zu Beginn der Ausbildung gibt es eine „Probezeit“. Und was gilt im ersten „richtigen“ Job? Müssen Ausgebildete sich zunächst nochmals „ausprobieren“ lassen?

Das ist rechtlich nicht ganz klar. In der Probezeit können Arbeitgeber und Arbeitnehmer – salopp gesagt – testen, ob die jeweiligen Erwartungen erfüllt werden. Sie dauert maximal sechs Monate. In dieser Zeit können beide Seiten das Arbeitsverhältnis ohne besondere Begründung beenden. Die Kündigungsfrist beträgt in dieser Zeit zwei Wochen. „Eine solche Probezeit macht für übernommene Azubis eigentlich keinen Sinn, weil der Arbeitgeber den Ex-Azubi ja bereits jahrelang kennt“, meint Ansgar Claes, Arbeitsrechts-Experte der IG BCE.  Viele Arbeitgeber sehen das allerdings anders und argumentieren, dass bei einem Arbeitsverhältnis andere Forderungen gestellt würden als bei einer Ausbildung. Tipp: Im Streitfall sollten übernommene Azubis, die in der (angeblichen) Probezeit kurzfristig entlassen werden, Rechtsberatung durch die IG BCE in Anspruch nehmen.

Hinweis: Am 16.12.2004 hat das Bundesarbeitsgericht zu einem „umgekehrten“ Fall geurteilt: Dabei ging es um einen Azubi, der vorher in seinem Ausbildungsbetrieb längere Zeit als Arbeitnehmer tätig war. Das BAG entschied, dass trotz der Vorbeschäftigungszeit im anschließenden Ausbildungsverhältnis erneut eine Probezeit vereinbart werden durfte (Aktenzeichen: 6 AZR 127/04).

Übrigens: Bei Ausgelernten, die ein Arbeitsverhältnis in einem anderen Betrieb beginnen, ist die Sache klar: Ihr Arbeitsverhältnis beginnt  mit einer Probezeit – jedenfalls wenn der Arbeits- oder Tarifvertrag das so regelt. Zudem setzt der Kündigungsschutz dann erst nach einer sechsmonatigen Beschäftigung ein.

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