image description

Tipps und Infos für Azubis

Tipps und Infos für Azubis > Nach der Ausbildung > 

28.11.2014

Von: Rolf Winkel

Tipps für Azubis

Kündigungsschutz im ersten Job?

Du wirst dich möglicherweise fragen, wie sicher dein erster Job nach der Ausbildung ist. Eine allgemeingültige Antwort darauf gibt es nicht. Du solltest allerdings wissen, ab wann du unter dem Schutz des Kündigungsschutzgesetzes stehst. Dieses Gesetz verbietet Arbeitgebern zwar keine Kündigungen - es erschwert Kündigungen jedoch.

Die wesentlichen Regeln des Kündigungsschutzgesetzes gelten nicht für Kleinbetriebe mit bis zu zehn Beschäftigten. Auszubildende zählen dabei nicht mit. Teilzeitbeschäftigte nur anteilmäßig. Zudem besteht Kündigungsschutz erst nach einer sechsmonatigen Betriebszugehörigkeit. Wichtig für dich als Ausgelernten ist dabei allerdings: deine Ausbildungszeit wird hierbei mitgezählt. Das hat das Bundesarbeitsgericht am 18. November 1999 ausdrücklich entschieden (Az.: 2 AZR 89/99). Das heißt: Falls du von deinem Ausbildungsbetrieb übernommen wirst, hast du also bereits ab dem ersten Beschäftigungstag Kündigungsschutz. Das bedeutet allerdings nicht, dass du nicht entlassen werden kannst. Du kannst dann allerdings gegen die Kündigung eine Klage vor dem Arbeitsgericht einreichen. Diese muss innerhalb von drei Woche nach Erhalt der Kündigung beim Arbeitsgericht eingehen, erklärt Ansgar Claes, Leiter der Abteilung Arbeits- und Sozialrecht bei der IG BCE. Allerdings: „Ein Protestschreiben an den Arbeitgeber reicht hierbei nicht.“ Wichtig ist zudem: Kündigungsschutz besteht auch bei befristeten Arbeitsverhältnissen. Generell gilt: Du solltest hierfür natürlich Beratung und Rechtsschutz bei der IG BCE einholen.

Falls du übrigens in einem anderen Betrieb arbeitest, gilt der Kündigungsschutz für dich erst nach einer sechsmonatigen Wartezeit.

Wahrscheinlich interessiert dich jetzt noch, was du durch eine Kündigungsschutzklage gewinnen kannst: In manchen Fällen kannst du hierdurch den Arbeitsplatz „retten“. Dies gilt etwa dann, wenn dein Arbeitgeber bei der Kündigung den Betriebsrat (falls es einen solchen gibt) nicht informiert hat. Gute Chancen hast du auch, wenn bei einer betriebsbedingten Entlassung die so genannte Sozialauswahl nicht eingehalten wurde. So gilt beispielsweise die Regel, dass jemand der kürzer dem Betrieb angehört eher entlassen werden kann. Und hierbei kannst du ja vielfach schon durch deine Ausbildungszeit, die ja als Zeit der Betriebszugehörigkeit mitzählt, punkten. Meist geht es bei Kündigungsschutzklagen allerdings nicht darum, das Arbeitsverhältnis zu „retten“, vielmehr geht es darum, eine Abfindung für den Arbeitsplatzverlust auszuhandeln. 

Nach oben