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Tipps und Infos für Azubis

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01.12.2014

Von: Rolf Winkel

Tipps für Azubis

Freistellung zur Jobsuche

Wenn nicht sicher ist, ob du nach Ausbildungsende übernommen wirst, solltest du schon etliche Monate vor Ausbildungsende Stellenangebote anschauen und Bewerbungen verschicken. Wenn du dann zu Vorstellungsgesprächen eingeladen wirst oder auch bei der örtlichen Arbeitsagentur vorbeischauen willst, musst du dafür keine Urlaubstage opfern.

Dein Ausbildungsbetrieb muss dich nämlich für die Arbeitssuche freistellen. Dies gilt natürlich auch später für gekündigte oder befristete Arbeitsverhältnisse. Die Freistellung ist im Bürgerlichen Gesetzbuch geregelt (§ 629). Dort heißt es: „Nach der Kündigung eines dauernden Dienstverhältnisses hat der Dienstberechtigte dem Verpflichteten auf Verlangen angemessene Zeit zum Aufsuchen eines anderen Dienstverhältnisses zu gewähren.“

Für die Arbeitssuche darfst du allerdings nur „angemessene Zeit“ verwenden. Was das genau bedeutet, hängt vom Einzelfall ab. Wenn du dich an deinem Wohnort bewirbst, kannst du für einige Stunden von der Arbeit freigestellt werden. Für Vorstellungsgespräche in weiter entfernten Orten kannst du auch einen vollen Freistellungstag beanspruchen – und das nicht nur einmal, sondern bei mehreren Bewerbungen auch mehrfach.

Klar ist allerdings – und das gilt generell: du darfst dich nicht einfach selbst von der Ausbildung oder Arbeit befreien, sondern musst Freizeit für die Jobsuche beantragen. Eine feste zeitliche Obergrenze für den „Bewerbungsurlaub“ gibt es nicht generell. Der Umfang der Freistellung kann im Einzelfall ausgehandelt werden. Gegebenenfalls kann man auch vor dem Arbeitsgericht darüber streiten, was „angemessen“ ist.

Klar ist außerdem: Arbeitnehmer, deren Arbeitsverhältnis endet, und Azubis haben nicht nur Anspruch auf Freistellung, sondern auch auf Fortzahlung des Arbeitsentgelts bzw. der Ausbildungsvergütung während des angemessenen „Bewerbungsurlaubs“. Dies ist in § 616 BGB geregelt, der sich mit der „Vergütungspflicht trotz vorübergehender Dienstentfernung“ beschäftigt.

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