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Tipps und Infos für Azubis

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01.12.2014

Von: Rolf Winkel

Tipps für Azubis

Befristeter Vertrag

Etwa zwei Drittel aller Azubis wurden in den letzten Jahren vom Ausbildungsbetrieb übernommen, überwiegend wurde ihnen ein befristeter Vertrag angeboten. Was bedeutet das?

Die Übernahme von Azubis kann befristet oder unbefristet erfolgen. Bei einer unbefristeten Übernahme erhältst du einen unbefristeten Arbeitsvertrag - der Vertrag wird also auf Dauer abgeschlossen. Bei einer befristeten Übernahme ist der Arbeitsvertrag auf einen bestimmten Zeitraum befristet.

Die gesetzlichen Regeln für befristete Arbeitsverträge findest du im Teilzeit- und Befristungsgesetz. Im Prinzip haben befristet Angestellte dieselben Rechte und Pflichten wie unbefristet Beschäftigte. Gesetzliche, tarifliche und betriebliche Regeln gelten also auch für befristet Beschäftigte. So haben sie genauso wie alle Arbeitnehmer Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall und an Feiertagen, auf Urlaub und Lohnfortzahlung im Urlaub und Urlaubsgeld, sie sind bei Betriebsratswahlen wahlberechtigt und dürfen auch gewählt werden (was ihnen nach Ablauf der Beschäftigungsfrist keine Weiterbeschäftigung sichert!)

Das Teilzeit- und Befristungsgesetz regelt, dass du als befristet Angestellter gegenüber unbefristet Beschäftigten weder diskriminiert noch benachteiligt werden darfst.

Unsichere Beschäftigung
Der einzige und gravierende Nachteil ist allerdings gesetzlich erlaubt: Nach dem Ablauf der Beschäftigungsfrist endet dein Beschäftigungsverhältnis – soweit dann nichts Anderes vereinbart wird. „Damit ist ein befristeter Vertrag gegenüber einem unbefristeten die schlechtere Lösung – aber besser als Arbeitslosigkeit“, so IG-BCE–Rechtsexperte Ansgar Claes.

(Ordentliche) Kündigung während Laufzeit meist nicht möglich
Innerhalb der Probezeit – soweit sie vereinbart wurde – kann dir jederzeit mit einer Zweiwochenfrist gekündigt werden. Nach der Probezeit ist eine reguläre („ordentliche“) Kündigung in der Regel ausgeschlossen, es sei denn in deinem Arbeitsvertrag ist eine solche Möglichkeit vorgesehen. Fehlt eine solche Regelung, so ist das „für den Arbeitnehmer vorteilhaft“, so Ansgar Claes. Denn dann dauert das Arbeitsverhältnis im Regelfall bis zum Ende der Befristung.

Arbeitgeber muss über unbefristete Jobs informieren
Nach § 18 des Teilzeit- und Befristungsgesetzes muss der Arbeitgeber dich über unbefristete Arbeitsplätze, die besetzt werden sollen, informieren. Einen Rechtsanspruch auf Übernahme in ein unbefristetes Beschäftigungsverhältnis ergibt sich dadurch nicht.

Wenn das Ende der befristeten Beschäftigung naht
In jedem Fall solltest du frühzeitig beim Arbeitgeber vorstellig werden und nach einer Weiterbeschäftigung fragen. Auch dem Betriebsrat solltest du dein Interesse an einer Anschlussbeschäftigung signalisieren.

Pflichten gegenüber der Arbeitsagentur
Du musst dich spätestens drei Monate vor dem Ende deines befristeten Vertrags bei der Arbeitsagentur melden, wenn du bis dahin noch keinen neuen Job hast. Andernfalls musst du mit einer Sperre des Arbeitslosengelds I für eine Woche rechnen.

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