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Tipps und Infos für Azubis

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01.12.2014

Von: Rolf Winkel

Tipps für Azubis

So viel Arbeitslosengeld I steht dir zu

Wenn du nach der Ausbildung nicht sofort einen Job findest, steht dir Arbeitslosengeld I zu. Dies gilt übrigens auch, wenn du eigentlich - beispielsweise in einem halben Jahr - ein Studium oder eine weitere Ausbildung aufnehmen willst.

Arbeitslosengeld I ist eine zeitlich begrenzte Versicherungsleistung, die Azubis, die nach Ausbildungsende nicht von ihrem Ausbildungsbetrieb übernommen werden, in aller Regel zusteht. Denn sie waren in der Ausbildungszeit arbeitslosenversichert. Für jüngere Arbeitslose - also auch für Ex-Azubis - gibt es diese Leistung maximal 12 Monate lang. Auf diesen Höchstanspruch kommt in der Regel, wer zwei Jahre sozialversicherungspflichtig beschäftigt war. Das Arbeitslosengeld I ist eine Versicherungsleistung. Das heißt: Sie wird gezahlt, wenn der Versicherungsfall eintritt und die Anwartschaftszeit erfüllt ist. Zudem musst du dich dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen. Das bedeutet: Du musst selbst aktiv Arbeit suchen und dich auf Stellen bewerben, die die Arbeitsagentur dir anbietet. Nach Deinem Sparbuch oder Kontostand fragt dich deshalb niemand, wenn du diese Leistung beantragst.

Der Wermutstropfen: Für Ex-Azubis fällt die Leistung nicht allzu hoch aus. Das  ALG I beträgt nämlich nur rund 60 Prozent dessen, was du in den letzten 12 Monaten netto verdient hast. Wenn du zuletzt 800 Euro brutto hattest, stehen dir als ALG I monatlich nur rund 374 Euro zu (mit Kind sind es ca. 43 Euro mehr). Deshalb sind betriebliche Regelungen, die sicherstellen, dass Azubis wenigstens für 12 Monate übernommen werden, so wichtig. Denn dann wird das Arbeitslosengeld I auf Grundlage des Verdienstes im ersten Job berechnet. Es fällt dann weit höher aus. Zudem macht es sich bei der Jobsuche gut, wenn man vorweisen kann, dass man nach der Ausbildung übernommen wurde.

Besonders wenn du nicht mehr bei deinen Eltern lebst, kannst du möglicherweise neben der Versicherungsleistung Arbeitslosengeld I noch als „Aufstockung“ Arbeitslosengeld II („Hartz IV“) erhalten. Darüber kannst du dich im örtlichen Jobcenter informieren.

Wichtig zu wissen: Zum Arbeitslosengeld I - und in engeren Grenzen auch zum Arbeitslosengeld II – darfst du dir durchaus etwas hinzu verdienen. Monatlich ist ein Hinzuverdienst von 165 Euro erlaubt, ohne dass die Leistung gekürzt wird.

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