Tag der betrieblichen Entgeltgleichheit

Gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit

„Wir wollen gleiche Entlohnung für gleiche und gleichwertige Arbeit“,  sagte die stellvertretende IG-BCE-Vorsitzende Edeltraud Glänzer zum "Tag der betrieblichen Entgeltgleichheit" am Montag (16.10.) in Hannover. Ab diesem Tag arbeiten Frauen – bezogen auf die statistische Entgeltlücke – für den Rest des Jahres umsonst.

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Lohngleichheit
16.10.2017
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„Obwohl in der abgelaufenen Legislaturperiode wichtige politische Weichenstellungen getroffen worden sind, ist die gleiche Bezahlung von Männern und Frauen immer noch nicht überall Realität. Deshalb müssen wir mit aller Kraft an den verschiedenen Stellschrauben drehen, um endlich mehr Gerechtigkeit zu erreichen“, sagte Glänzer.

Beim 6. Ordentlichen Gewerkschaftskongress hat die IG BCE jüngst ein Rückkehrrecht von Teilzeit auf Vollzeit gefordert. „Wir werden die neue Bundesregierung auffordern, diese Reform des Teilzeit- und Befristungsgesetzes zügig auf den Weg zu bringen“, sagte Glänzer. „Einmal Teilzeit immer Teilzeit und dies mit gravierenden Folgen für die berufliche Entwicklung und die Absicherung im Alter – insbesondere für Frauen. Das geht gar nicht. Der Rechtsanspruch auf Rückkehr in einen Vollzeitjob ist längst überfällig.“

Darüber hinaus sind lebensphasenorientierte Arbeitszeiten und mehr Arbeitszeitsouveränität notwendig – für Frauen und Männer. Damit lassen sich Familienaufgaben und Berufstätigkeit besser miteinander vereinbaren. Das bestehende Arbeitszeitgesetz muss dafür nicht geändert werden.

Doch nur die Arbeitszeiten zu regeln, ist zu wenig. Verschiedene Studien haben immer wieder belegt, dass dort, wo es starke Mitbestimmungsstrukturen und Tarifverträge gibt, die Bezahlung insgesamt deutlich gerechter ist. Das bestätigen auch die Ergebnisse verschiedener betrieblicher Entgeltanalysen aus dem Organisationsbereich der IG BCE.

Die IG BCE möchte deshalb den betrieblichen Akteuren eine aktivere Rolle zukommen lassen. „Wir fordern ein klares Bekenntnis zu Tarifverträgen und Tarifbindung“, sagte Glänzer. Die Unternehmen sind gefordert, gemeinsam mit den Betriebsratsgremien die jeweilige betriebliche Situation mit Entgeltanalysen zu klären und geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Die IG BCE unterstützt diese Aktivitäten mit Materialien und Informationen.

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