Internationaler Frauentag 2014

Weiter für gleiche Chancen kämpfen

Neue Studien zeigen, für Gleichstellung muss in Deutschland mehr getan werden. Denn die Chefetagen sind männlich geprägt und der Vermögensunterschied zwischen Frauen und Männern ist erschreckend hoch. Die IG BCE setzt sich deshalb am Internationalen Frauentag am 8. März zusammen mit den anderen Gewerkschaften für bessere Chancen im Beruf und für mehr Frauen in Führungspositionen ein.

Internationaler Frauentag 2014
05.03.2014
  • Von: Désirée Binder

Die 30 größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland haben insgesamt 191 Vorstandsmitglieder. Darunter gerade einmal zwölf Frauen. Laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung ist der Anteil 2013 sogar gesunken. Auch in den Aufsichtsräten sieht es nicht viel besser aus. Hier liegt der Frauenanteil bei zehn Prozent. Die gute Nachricht ist jedoch: Immer mehr Frauen arbeiten. Laut der Beratungs- und Prüfungsgesellschaft PwC waren 2012 72 Prozent der Frauen erwerbstätig.

Doch Job ist nicht gleich Job. Eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung (HBS) zeigt: Frauen arbeiten doppelt so häufig wie Männer in Minijobs. Was das finanziell heißt, zeigt sich beim Vermögen. Laut einer von der HBS geförderte Studie besitzen Männer im Schnitt 27 000 Euro mehr als Frauen. Gerade bei der Altersvorsorge kann das zu Problemen führen. „Wir wollen, dass jeder Mensch von seiner Arbeit leben kann und für das Alter abgesichert ist“, sagt die stellvertretende Vorsitzende der IG BCE Edeltraud Glänzer.

Um auf diese Themen weiter aufmerksam zu machen, findet jährlich der Internationale Frauentag statt. „Am 8.März zeigen wir Erfolge auf, die wir auf dem Weg der Gleichstellung in den Betrieben bereits erreicht haben“, sagt Edeltraud Glänzer. Aber auch was noch erreicht werden soll ist Thema. "Wir setzen uns für gleiche berufliche Entwicklungschancen ein und hinterfragen Rollenmuster. Wir unterstützen Väter und Mütter bei ihrer Familienarbeit," betont Edeltraud Glänzer. Denn noch immer mangelt es an echter Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Erkennen lässt sich das an der Studie „Monitor Familienleben 2013“ des Instituts für Demoskopie Allensbach (IfD). Für ganze 81 Prozent der Eltern mit Kindern unter 18 Jahren ist das wichtigste Ziel der Familienpolitik, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern. Allerdings ist nicht nur die Politik gefragt. 33 Prozent der berufstätigen Eltern treffen bei ihrem Arbeitgeber auf kein Verständnis, wenn sie zum Beispiel ein krankes Kind kurzfristig betreuen müssen. Vor allem die Väter fühlen sich wenig unterstützt.

Dabei engagieren sie sich immer häufiger im Familienleben. Laut einer von der HBS geförderte Studie ist es Vätern in Elternzeit sehr wichtig, schon früh Zeit mit ihrem Kind zu verbringen. Das wirkt sich auch nach der Elternzeit auf ein stärkeres Engagement bei der Kinderbetreuung aus. Außerdem hat die Elternzeit des Vaters positive Auswirkungen auf den beruflichen Wiedereinstieg der Partnerin. Je länger er sich Zeit nimmt, desto früher schafft sie es zurück in den Beruf.

Wieder im Beruf angekommen, stehen die IG BCE und die Betriebsräte den Frauen zur Seite. „In den Betrieben setzen wir uns dafür ein, dass frauen- und gleichstellungspolitische Themen betrieblich verwirklicht werden“, sagt Edeltraud Glänzer und motiviert Frauen, für den Betriebsrat zu kandidieren. Damit die Betriebsräte dafür konkrete Handlungsinstrumente in die Hand bekommen, fordert die IG BCE im Rahmen der Offensive Mitbestimmung eine Erweiterung des Mitbestimmungsrechts im Betriebsverfassungsgesetz.

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