„Offensive Frauen“ für hochqualifizierte Frauen und Akademikerinnen

„Wir müssen sichtbarer werden"

Durch die Offensive Frauen konnten bereits Frauen in Produktion, Labor und Büro für die IG BCE gewonnen werden. Nun liegen hochqualifizierte Frauen und Akademikerinnen im gewerkschaftlichen Fokus. Anlass ist die wachsende Zahl der hochqualifizierten Angestellten (HQA) in den Betrieben, die gleichzeitig gewerkschaftlich unterrepräsentiert ist. „Wir müssen als IG BCE für hochqualifizierte Frauen sichtbarer werden und Lösungen auf individuelle Problemstellungen anbieten“, sagt Karin Erhard aus dem geschäftsführenden Hauptvorstand der IG BCE. Die Offensive Frauen bietet Antworten.

Andreas Varnhorn

07.10.2019
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Die in diesem Jahr vorgenommene Analyse der Arbeits- und Lebenswirklichkeit liefert Ansatzpunkte für eine gewerkschaftliche Ansprache der Gruppe. Sie zeigt, dass die hochqualifizierten Frauen ihre Tätigkeit als erfüllend erleben, Verantwortung für Projekte und/oder Personal tragen und größtenteils in flexiblen Arbeitszeitmodellen arbeiten. Das Tätigkeitsspektrum ist vielfältig, häufig komplex und gekennzeichnet von administrativen und kommunikativen Tätigkeiten, wie Meetings und Besprechungen.

Bei der Frage nach Vereinbarkeit von Beruf und Familie berichteten die Befragten von Schwierigkeiten aufgrund fehlender familiärer Netzwerke und unflexibler Betreuungszeiten. Mobiles Arbeiten wird positiv bewertet. Die Vernetzung im Betrieb und darüber hinaus wird als sehr gut beurteilt. Zum Betriebsrat gab es lediglich Kontakte in arbeitsrechtlichen Sachverhalten. Die Gewerkschaft wird zwar positiv beschrieben, aber aus Sicht der Frauen kaum wahrgenommen.

Andreas Varnhorn

Karin Erhard, Mitglied im geschäftsführenden Hauptvorstand der IG BCE Karin Erhard, Mitglied im geschäftsführenden Hauptvorstand der IG BCE

Das Ziel, dass sich hochqualifizierte Frauen durch die IG BCE gut vertreten sehen, lässt sich erreichen, wenn klar wird, dass die IG BCE Einfluss auf ihre Arbeitsbedingungen hat. Karin Erhard betont: „Wir wollen nicht bei der Analyse stehen bleiben. Wir wollen Angebote machen.“

Ein geeignetes Angebot dazu ist die „Talk Time“, ein Veranstaltungsformat, in dem Themen in konzentrierter Form in der Mittagspause vorgestellt werden. Daneben gibt es „After-Work“, ein Angebot, das Zeit zum Netzwerken bietet, da HQA persönliche Gespräche als Kommunikationsform präferieren. Sie sind „Selbstlöserinnen“, für die der berufliche Austausch in eigenen und organisierten Netzwerken von hoher Bedeutung ist. „Was wir ihnen bieten können, ist das hochwertige Netzwerk der IG BCE“, sagt Karin Erhard.

Bei der Organisation sind im Vorfeld die familiäre Einbindung (daher frühzeitige Terminankündigungen) und die richtige Auswahl der Themen zu beachten. Hohes Interesse besteht an arbeitsrechtlichen Aspekten (Entgelt, Arbeitszeit, Homeoffice), Vereinbarkeit von Beruf und Familie und Soft Skills (Zeit- und Führungsmanagement, Netzwerken).

Die Analyse der Arbeits- und Lebenswirklichkeit der hochqualifizierten Frauen sowie eine Broschüre stehen für IG-BCE-Mitglieder zum Download zur Verfügung.

Bei Fragen und für Unterstützung bitte an die Abteilung Frauen/Gleichstellung wenden.

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