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04.07.2019

Tarifrunden 2018 und 2019

Ab in den Urlaub

Sommerzeit ist für viele Beschäftigte Urlaubszeit. Doch egal ob Strandurlaub, Wandern in den Bergen oder ein Städtetrip: Die Reisen kosten meist viel Geld. Gut, dass sich Beschäftigte mit Tarifvertrag laut Statistischem Bundesamt im vergangenen Jahr über eine kleine Steigerung des Urlaubsgeldes in Höhe von 3,6 Prozent freuen konnten. In einigen IG-BCE-Branchen hat sich das Urlaubsgeld für die Beschäftigten sogar verdoppelt.

250 Euro mehr für Auszubildende und ein auf 1200 Euro verdoppeltes Urlaubsgeld für die Beschäftigten: Nicht nur im vergangenen Chemietarifabschluss spielte das Thema eine tragende Rolle. Auch für die rund 40 000 Beschäftigten in der Papierindustrie hat die IG BCE in diesem Jahr das doppelte Urlaubsgeld durchgesetzt. In der Feuerfest- und Säureschutzindustrie hat die IG BCE schon 2017 für eine saftige Erhöhung des Urlaubsgeldes von etwa 27 Euro auf 40,50 Euro pro Urlaubstag gesorgt. Die Tarifkommission der feinkeramischen Industrie setzt in ihrer aktuellen Forderung auch auf eine Verdoppelung der sommerlichen Sonderzahlung. Aber bisher sind die Verhandlungen für die 20.000 Beschäftigten der Branche in der zweiten Runde ohne Ergebnis geblieben. Die Arbeitgeber zeigten sich uneinsichtig. Am 17. Juni gehen die Verhandlungen weiter.

Urlaubsgeld in den IG-BCE-Branchen im Vergleich:

Der stellvertretende IG-BCE-Vorsitzende Ralf Sikorski, im geschäftsführenden Hauptvorstand verantwortlich für den Bereich Tarif, unterstreicht: „Doppeltes Urlaubsgeld in der Chemie- und in der Papierbranche: Das sind zwei Riesenerfolge, die aber erst der Anfang sind. Wir haben das Urlaubsgeld weiter auf der Agenda, denn von einer Erhöhung profitieren die unteren Lohngruppen überdurchschnittlich. Dieser soziale Faktor motiviert uns, das Thema weiter anzupacken.“ Unlängst hatten die Beschäftigten diese Erfolge mit Aktionen in den Betrieben gefeiert.

Klaus Landry

Aktionstag zur Verdoppelung des Urlaubsgeldes im BASF-Ausbildungszentrum in Ludwigshafen. Aktionstag zur Verdoppelung des Urlaubsgeldes im BASF-Ausbildungszentrum in Ludwigshafen.

Auch bundesweit machen die jüngsten Tarifabschlüsse keine Unterschiede. Ob Nord oder Süd, ob Ost oder West – alle bekommen das Gleiche. Das ist bundesweit längst nicht die Regel. In anderen Branchen gibt es zum Teil noch große regionale Unterschiede: Nicht alle Tarifbeschäftigten profitieren gleichermaßen. Im alten Bundesgebiet liegt das Urlaubsgeld laut Statistischem Bundesamt um 42 Prozent höher als in den neuen Ländern. Die Beschäftigten in vielen IG-BCE-Branchen profitieren hier auch von einer weit überdurchschnittlichen Tarifbindung. In Branchen wie der Chemie- oder Erdölwirtschaft erhalten de facto alle Arbeitnehmer Urlaubsgeld. In ganz Deutschland und über alle Branchen ist es nicht einmal jeder Zweite. Die Quote liegt laut Statistischem Bundesamt lediglich bei 47 Prozent.