Familie

Ab 1. Juli 2016: Kinderzuschlag um 20 Euro erhöht

Der Kinderzuschlag ist eine Familienleistung, die Arbeitnehmer mit niedrigem Einkommen entlasten und ihnen insbesondere einen Antrag auf Hartz IV ersparen soll. Das soll durch die Kombination von Lohn, Kindergeld, Wohngeld und Kinderzuschlag gelingen. Die Leistung wird zum 1. Juli 2016 um 20 Euro auf maximal 160 Euro pro Kind erhöht.

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Mädchen
22.12.2015
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Der Kinderzuschlag wird an Eltern für das in ihrem Haushalt lebende Kind gezahlt, wenn sie mit ihrem Einkommen zwar den eigenen Bedarf, nicht aber den ihrer Kinder decken können. Der Kinderzuschlag muss schriftlich bei der örtlich zuständigen Familienkasse beantragt werden.

Weitere Voraussetzungen für den Anspruch auf Kinderzuschlag sind, dass

  • die Eltern für das Kind Kindergeld beziehen,
  • das Einkommen der Eltern mindestens 900 Euro brutto monatlich (für Paare) beziehungsweise 600 Euro brutto (für Alleinerziehende) erreicht,
  • die individuell zu berechnende Höchsteinkommensgrenze nicht überschritten wird und
  • durch das zur Verfügung stehende Einkommen plus Kinderzuschlag Hilfebedürftigkeit im Sinne des SGB II („Hartz IV“) vermieden wird. 

Der Kinderzuschlag deckt zusammen mit dem Kindergeld in Höhe von monatlich 190 Euro (für die ersten beiden Kinder) sowie gegebenenfalls dem Wohngeld den durchschnittlichen Bedarf von Kindern.

Bei einem Einkommen oder Vermögen der Eltern in Höhe ihres eigenen Mindestbedarfs (= Teil der Miete, der den Eltern zuzurechnen ist, plus ALG-II-Regelbedarf) wird der Kinderzuschlag in voller Höhe gezahlt. Berücksichtigt wird hierbei zum Beispiel auch Einkommen und Vermögen von Partnern, die in eheähnlicher Lebensgemeinschaft leben. Überschreiten Einkommen und Vermögen diese Grenze, wird der Kinderzuschlag gemindert. In welcher Höhe Einkommen beziehungsweise Vermögen zu berücksichtigen sind, richtet sich grundsätzlich nach den beim Arbeitslosengeld II geltenden Regeln.

Kindeseinkommen wird immer als bedarfsmindernd in voller Höhe auf den Kinderzuschlag angerechnet. Zum Kindeseinkommen zählen auch Unterhaltszahlungen und der dem Kind gezahlte Unterhaltsvorschuss. Daher gehen Alleinerziehende beim Kinderzuschlag oft leer aus.

Leistungen für Bildung und Teilhabe

Familien, die den Kinderzuschlag erhalten, stehen zusätzlich auch Leistungen zur Bildung und Teilhabe zu („Bildungspaket“). Das gleiche gilt auch für Wohngeld-Bezieher. Zu den Leistungen zählen:

  • die Übernahme der Kosten für eintägige Schul- und Kitaausflüge sowie für mehrtägige Klassen- und Kitafahrten,
  • 100 Euro jährlich für den persönlichen Schulbedarf,
  • die Kosten für die Beförderung von Schülerinnen und Schülern zur Schule,
  • Lernförderungen wie etwa Nachhilfe (tatsächliche Kosten),
  • ein Zuschuss für die gemeinschaftliche Mittagsverpflegung in Schule oder Kindertageseinrichtungen,
  • ein Zuschuss von 10 Euro pro Monat für die Teilnahme am sozialen und kulturellen Leben in der Gemeinschaft (wie im Sportverein oder in der Musikschule).

Das Bildungs- und Teilhabepaket besteht aus Geld- und Sachleistungen. Mit den Sachleistungen soll sichergestellt werden, dass diese Leistungen die Kinder und Jugendlichen im Sinne einer individuellen Förderung auch erreichen.

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