Managergehälter

Angemessen und gerecht

Die Debatte um die Gehälter von Managern und die Frage "Was ist eigentlich angemessen" reißt nicht ab. Zwar ist das Verhältnis der Manager- und Arbeitnehmergehälter in Dax-Konzernen im Organisationsbereich der IG BCE in der Regel unter dem Durchschnitt, dennoch sieht die Gewerkschaft Handlungsbedarf. Der Hauptvorstand der IG BCE hat nun einen Zehn-Punkte-Plan für eine sachgerechte Begrenzung von Vorstandsvergütungen verabschiedet.

Kuzma/istockphoto

13.04.2017
    Kommentare: 0
Artikel bewerten
Danke für die Bewertung
Ihre bereits abgegebene Bewertung wurde aktualisiert.

Die Soziale Marktwirtschaft in Deutschland basiert auf dem Grundgedanken, dass in unserer Gesellschaft alle angemessen an dem gemeinsam erarbeiteten Wohlstand partizipieren. Das bedeutet in unserer marktwirtschaftlichen Ordnung selbstverständlich, dass hierbei auch Unterschiede existieren. Maß und Mitte müssen dabei aber gewahrt bleiben, wenn wir die Soziale Marktwirtschaft und den sozialen Frieden in unserer Gesellschaft bewahren wollen.

Wir sind in Deutschland von Fehlentwicklungen, wie in den USA, noch weit entfernt. Aber auch bei uns lässt sich eine wachsende Spaltung in den Vergütungsstrukturen der Unternehmen erkennen. Die sogenannte "Manager to Worker Pay Ratio" misst dabei das Verhältnis der durchschnittlichen Vorstandvergütung im Vergleich zum durchschnittlichen Gehaltsniveau der übrigen Beschäftigten eines Unternehmens. Dieses Verhältnis ist bei den 30 Dax-Unternehmen innerhalb von zehn Jahren von 42 auf das 57-Fache angestiegen. Es fand also eine schleichende Umverteilung von unten nach oben in den Vergütungsstrukturen der Unternehmen statt. Diese Entwicklung stört nicht nur das Gerechtigkeitsempfinden vieler Beschäftigter, sondern kann langfristig auch negative Auswirkungen auf die wirtschaftliche Performance von Unternehmen haben.

Der Zehn-Punkte-Plan der IG BCE sieht deshalb eine Reihe von Maßnahmen vor, die diese Fehlentwicklung verhindern und zu mehr Transparenz führen sollen. Neben der Forderung nach einer Zweidrittelmehrheit im Aufsichtsgrat sieht er unter anderem vor, den Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) zu konkretisieren und Richtwerte für eine angemessene Vorstandsvergütung beziehungsweise ein angemessenes Vergütungsverhältnis zu formulieren. Außerdem sollten Unternehmen verpflichtet werden, in ihren Geschäftsberichten über das Verhältnis von Manager- und Mitarbeitergehältern zu berichten. Um eine nachhaltige Unternehmensführung zu fördern, muss die Bezahlung auf den langfristigen Erfolg ausgerichtet werden. Dabei sind nicht nur soziale und ökologische Kriterien einzubeziehen, sondern insbesondere auch die Beschäftigungssicherung.

Maßnahmen für Begrenzung von Vorstandsvergütungen

Sie sind nicht eingeloggt

Nach oben