Betriebliche Altersvorsorge

ChemiePensionsfonds - ein Erfolgsmodell

2002 brachten IG BCE und Chemie-Arbeitgeber den ChemiePensionsfonds auf den Weg. Heute setzt jedes dritte Chemie-Unternehmen in Deutschland - insgesamt über 800 Betriebe - bei der betrieblichen Altersversorgung auf den ChemiePensionsfonds und das ChemieVersorgungswerk. Der ChemiePensionsfonds ist zum größten Branchen-Pensionsfonds Deutschlands aufgestiegen. „Die tariflich garantierte Altersvorsorge“, so der IG-BCE-Tarifpolitiker Peter Hausmann, „ markiert ein gutes Stück Sozialgeschichte. Wir errichten zusätzliche Dämme gegen die Altersarmut. Das Angebot ist attraktiv, rund 80 Prozent der 550.000 Chemie-Beschäftigten machen davon Gebrauch – darauf sind wir stolz.“

Foto: iStock, gerenme
Petrischalen
13.09.2012
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Fragen und Antworten zum ChemiePensionsfonds:

 Warum haben die IG BCE und die Chemie-Arbeitgeber einen Pensionsfonds eingerichtet?
Dafür waren vor allem zwei Gründe ausschlaggebend. Erstens gibt es in der chemischen Industrie eine lange und gute Tradition – die betrieblichen Pensionskassen. Diese Pensionskassen sorgen dafür, dass die Beschäftigten neben der staatlichen Rente eine Betriebsrente erhalten. Doch diese Pensionskassen gibt es bei weitem nicht in allen 1.900 deutschen Chemie-Betrieben, sie sind vor allem in der Großchemie zu Haus. Damit alle Beschäftigten der Branche eine zusätzliche Rente erhalten können, musste ein überbetrieblicher Pensionsfonds gegründet werden. 

Und der zweite Grund?
Die Menschen werden älter und es werden zu wenig Kinder geboren; diese demografische Entwicklung schlägt auf das Rentensystem durch. Um den Generationenvertrag zu stabilisieren und für ein auskömmliches Einkommen im Alter zu sorgen, ist der Aufbau einer die Rente ergänzenden kapitalgedeckten Altersversorgung notwendig. 

Wann wurde der ChemiePensionsfonds gegründet?
Vorbereitende Schritte unternahmen IG BCE und Chemie-Arbeitgeber bereits Ende der 90er Jahre. 2002 haben die Tarifpartner dann eine Grundlagenvereinbarung abgeschlossen, im selben Jahr wurde der ChemiePensionsfonds (CPF) genehmigt. Der CPF war damit der erste Pensionsfonds in Deutschland. Seit 2007 befindet sich der Fonds unter dem Dach der R+V Versicherung. 

Wie hat sich der Fonds seither entwickelt?
Der CPF hat eine Erfolgsgeschichte geschrieben. Beinahe jedes dritte Chemie-Unternehmen setzt in der betrieblichen Altersversorgung auf den ChemiePensionsfonds. Damit ist der CPF zum größten Branchen-Pensionsfonds Deutschlands aufgestiegen; aktuell wird für rund 73.000 Beschäftigte ein Vermögen von 337 Millionen Euro verwaltet. Allein im Jahr 2011 erzielte der Fonds Prämieneinahmen in Höhe von 58 Millionen Euro. 

Wie wird der Fonds gefüllt, woher kommt das Geld?
Seit 2006 wurde der Anspruch auf tarifliche vermögenswirksame Leistungen schrittweise in einen Anspruch auf einen so genannten Entgeltumwandlungsgrundbetrag umgewidmet. Dazu kommt dann noch eine besondere Chemie-Tarifförderung. Der Gesamtbetrag – 613,55 Euro pro Jahr – wird komplett vom Arbeitgeber übernommen und in den Fonds eingespeist, die Beschäftigten bezahlen keinen Cent. Sie können allerdings freiwillig aufstocken. Für jede 100 Euro zusätzlicher Einzahlung gibt es noch einmal 13 Euro vom Arbeitgeber. 

Von diesen Möglichkeiten profitieren vor allem die Beschäftigten in kleinen und mittelständischen Unternehmen. Bleibt die Großchemie außen vor?
Nein. Die bestehenden betrieblichen Pensionskassen können zusätzlich aufgefüllt werden – nach den gleichen Regelungen, die auch für den ChemiePensionsfonds gelten. Insgesamt machen heute rund 80 Prozent der 550.000 Chemie-Beschäftigten von dem Angebot einer zusätzlichen betrieblichen Altersversorgung Gebrauch. 

Steht der ChemiePensionsfonds ausschließlich Beschäftigte der chemischen Industrie offen?
Nein. Grundsätzlich können alle Branchen aus dem Organisationsbereich der IG BCE den Fonds nutzen. Dazu gehören beispielsweise die Glas- und Papierindustrie ebenso wie die kunststoffverarbeitende und die Kautschukindustrie. 

Wie hoch sind die Erträge?
Das hängt im Einzelfall ab vom Einstiegsjahr und der Vertragslaufzeit. Generell lässt sich festhalten, dass der ChemiePensionsfonds seit 2003 eine durchschnittliche jährliche Rendite zwischen 4,2 und 4,4 Prozent erzielt hat. 

Sind die Einlagen insolvenzgesichert?
Ja. 

Welche Perspektiven hat der ChemiePensionsfonds?
Der weitere Ausbau der betrieblichen Altersversorgung ist vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung eine sozial- und gesellschaftspolitische Notwendigkeit. Die IG BCE wird den eingeschlagenen Weg fortsetzen. Gefahr droht allerdings aus Brüssel. Werden die Pläne der EU-Kommission zur Neuregelung der Betriebsrenten verwirklicht, dann entstehen Kosten in – vorsichtig geschätzt – zweistelliger Milliardenhöhe. Arbeitgeber und Gewerkschaften lehnen deshalb die EU-Vorstellungen strikt ab. Dieser Protest hat Wirkung erzielt, doch noch ist nichts in trockenen Tüchern. Eine endgültige Entscheidung fällt aller Voraussicht nach im Frühjahr 2013. 

Ich habe Interesse am ChemiePensionsfonds, an wen wende ich mich?
Ansprechpartner ist zunächst der Betriebsrat. Voraussetzung zum Aufbau einer Altersversorgung über den ChemiePensionsfonds ist natürlich, dass der Betrieb zu den CPF-Partnern gehört.

Weitere Informationen zum ChemiePensionsfonds:

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