In den aktuell produzierenden 13 Rohöl verarbeitenden Raffinerien und in den weiteren Unternehmen der Mineralölverarbeitung sind in Deutschland aktuell knapp 17.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beschäftigt. Die Situation der deutschen Raffinerien ist weiter geprägt von der langfristig sinkenden Nachfrage nach Kraftfahrzeugtreibstoffen. Zudem können die deutschen Raffinerien weniger von ihren Produkten exportieren, weil im Ausland neue Raffineriekapazitäten geschaffen worden sind. Durch die gute Konjunkturlage stabilisiert sich aktuell die Nachfrage nach Mineralölprodukten.
Der wirtschaftliche Aufschwung zeigt sich 2011 auch in der Produktion der einzelnen Raffinerieprodukte. Im April 2011 lag die Produktion von Mineralölprodukten 1,2 Prozent höher als im April des Vorjahres. Langfristig dürfte sich der Trend der geringeren Nachfrage nach Mineralölprodukten in Deutschland aber weiter fortsetzen. Die verbliebenen Raffinerien in Deutschland (im Gegensatz zu den sehr gut verdienenden Mineralölkonzernen) stehen somit auch zukünftig vor enormen Herausforderungen. Besser sieht es vielfach in den Unternehmen aus, die mit der Herstellung von Schmierstoffen und anderen Spezialölen befasst sind. Diese profitieren von der sehr guten Industriekonjunktur in Deutschland.
Gas- und Erdölförderung
Die deutschen Erdöl- und Erdgasproduzenten leisten mit ihrer Produktion im In- und Ausland einen wichtigen Beitrag für die Sicherheit der Energieversorgung in Deutschland. Allerdings ist die inländische Erdöl- und Erdgasproduktion nach 2010 erneut gesunken. Die Erdgasproduktion in Deutschland lag 2010 mit 12,7 Milliarden Kubikmetern erneut um rund 12 Prozent unter dem Vorjahreswert. Bis zum April 2011 sank die Produktion weiter um 6 Prozent. Auch die Erdölproduktion in Deutschland fiel von 2009 zu 2010 um 10 Prozent auf 2,5 Millionen Tonnen. In den ersten drei Monaten 2011 konnte die Förderung allerdings um 4,6 Prozent gesteigert werden. Trotz des Rückgangs kann aus der deutschen Förderung knapp ein Fünftel des deutschen Erdgasverbrauchs gedeckt werden.
Im weltweiten Ausland haben die deutschen Erdgasproduzenten dagegen ihre Produktion erneut leicht steigern können. Sie stieg 2010 auf 15 Milliarden Kubikmeter (2009=14,78 Kubikmeter). Die ausländische Förderung der deutschen Unternehmen beim Erdöl fiel 2010 um 0,7 Millionen Tonnen auf 8,1 Millionen Tonnen.
Die intensive Investitionstätigkeit der deutschen Unternehmen in der Erdöl- und Erdgasproduktion schlug sich auch im Jahr 2010 erneut in einer kräftig gestiegenen Beschäftigungszahl nieder. Ende 2010 fanden rund 8.900 Mitarbeiter in der Erdgas- und Erdölförderungsindustrie eine Beschäftigung, während es im Jahr 2009 nur 8.058 waren.