WESENTLICHE HANDLUNGSFELDER: Frühkindliche Bildung für alle
Frühkindliche Bildung und Erziehung soll allen Kindern zu Gute kommen. Daher müssen alle Kinder, unabhängig von ihren unterschiedlichen familiären, sozialen und kulturellen Hintergründen, gezielte Förderangebote erhalten.
Familie prägt in der frühen Kindheit
In der Familie werden in den ersten Lebensjahren des Kindes prägende Grundlagen für den gesamten Bildungs- und Lebenslauf angelegt. Es ist deshalb eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe, die Erziehungs- und Bildungsleistungen der Familie beziehungsweise der Erziehungsberechtigten zu unterstützen.
Aufsuchende Elternarbeit
Frühkindliche Bildung und Erziehung beginnt mit der Vorbereitung der Eltern auf die Erziehung. Hiermit können kulturelle, milieubedingte und bildungsbiografische Vorbehalte gegenüber frühkindlicher Bildung abgebaut sowie das Selbstbewusstsein der Eltern im Sinne von „erste Expertin/erster Experte" für die Erziehung ihres Kindes gestärkt werden.
Erziehung und Bildung für alle Kinder ab drei Jahre in einer Tageseinrichtung
Erziehung und Bildung für alle Kinder in einer "Tageseinrichtung für Kinder ab drei Jahre" trägt dazu bei, soziale, materielle und kulturelle Benachteiligungen auszugleichen. Darüber hinaus sind ausreichend Betreuungs-, Bildungs- und Erziehungsangebote für die ersten drei Lebensjahren vorzuhalten.
EMPFEHLUNGEN AN DIE POLITIK: Gezielte Förderung ist notwendig
Das gilt besonders für Kinder mit Migrationshintergrund sowie aus einem familiären Armutsumfeld oder bildungsfernen Schichten. Besonders wichtig ist die Sprachförderung mit dem Ziel, dass spätestens mit Schulbeginn alle Kinder über einheitliche Grundkenntnisse der deutschen Sprache verfügen.
Familien beziehungsweise Eltern und Erziehungsberechtigte fördern
Die Unterstützung und Förderung der Erziehungs- und Bildungsleistungen der Familien beziehungsweise der Erziehungsberechtigten ist eine Aufgabe in öffentlicher Verantwortung. Dafür ist eine förderliche Infrastruktur zur Unterstützung und Beratung der Eltern beziehungsweise der Familien notwendig. Regionale Netzwerke unter Beteiligung der Kindertageseinrichtungen, der Familienbildungsstätten, der Hebammen und Gemeindeschwestern, der Kinderärzte, der Musikschulen und der Sportvereine sind einzurichten und zu stärken.
Ein Platz für alle Kinder ab drei Jahre in einer Tageseinrichtung
Um diesen Anspruch umzusetzen, sind die erforderlichen Plätze qualifizierter und differenzierter Erziehung und Bildung in Tageseinrichtungen zu schaffen. Genügend Ganztagsplätze sind vorzuhalten. Der Besuch von Kindertageseinrichtungen muss gebührenfrei sein. Ein verpflichtender Besuch aller Kinder ab drei Jahre in einer Tageseinrichtung ist anzustreben.
Ausbildung der Erzieherinnen und Erzieher weiterentwickeln
Die Erziehungs- und Bildungsaufgaben in Kindertageseinrichtungen stellen an das pädagogische Personal hohe Anforderungen. In der Ausbildung der Erzieherinnen und Erzieher ist verstärkt die notwendige pädagogische Qualifikation für den Bereich zu beachten. Laufende Weiterbildungsmöglichkeiten für die in der frühkindlichen Erziehung und Bildung Beschäftigten sind verpflichtende Aufgabe der zuständigen Kommunen und Länder.
Vorbereitung auf die Elternschaft
Ein wohnortnahes Netz von Elternberatungseinrichtungen soll unterstützende Erziehungsberatung anbieten. Aufsuchende Elternberatung in verschiedenster Form soll auch bildungsbenachteiligte Gruppen erreichen.
HANDLUNGSEBENE DER IG BCE: Die IG BCE wird verstärkt vorschulische Aktivitäten unterstützen, wie es bereits im Pilotprojekt "Kinder Garten Labor" (KiGaLab) der IG BCE Bezirk Altötting vor Ort erprobt wird.
Die IG BCE strebt den verstärkten Austausch zwischen Betrieben ihres Betreuungsbereiches und den ortsansässigen Einrichtungen frühkindlicher Bildung und Erziehung an, um eine praxis- und umfeldorientierte Bildung zu unterstützen.
Die IG BCE wird gezielte Informationen zu Bildungsmöglichkeiten anbieten. Insbesondere die Ortsgruppen sind aufgefordert, Bildungsinitiativen zu starten, mit dem Ziel die Integration der Kinder aus unterschiedlichem sozialen und kulturellen Hintergrund zu fördern.
Die IG BCE wird in ihren Stellungnahmen darauf hinweisen, welche Bedeutung fühkindliche Bildung für offene Zugänge, Durchlässigkeiten und Übergänge im weiteren Bildungsverlauf hat. Sie wird überprüfen, inwieweit sie ihre Strukturen und Personengruppen dahingehend anspricht, Herausforderungen und Ideen zu dem Handlungsfeld "Offene Zugänge und Durchlässigkeiten" zu entwickeln.
In den Betriebskindergärten wird die Gewerkschaft darauf hinwirken, dass die Aspekte der Umsetzung von Chancengleichheit erkannt werden und entsprechend gehandelt wird. Darüber hinaus wird sie sich dafür einsetzen, dass mehr Plätze für Kinder unter drei Jahren in Betriebskindertagesstätten eingerichtet werden.