WESENTLICHE HANDLUNGSFELDER: Ein Platz für jedes Kind
Jedem Kind muss die Möglichkeit gegeben werden, eine Einrichtung der frühkindlichen Bildung und Erziehung zu besuchen, unabhängig von seinem sozialen, kulturellen und ethnischen Umfeld. Dies setzt voraus, dass auswahlfähige und wohnortnahe Angebote frühkindlicher Bildung und Erziehung vorhanden sind.
Kooperation der Einrichtungen
Gleiche Startvoraussetzungen in der Schule setzen optimale Übergänge von den Kindertagesstätten zu den Vor- beziehungsweise Grundschulen voraus. Diese Übergänge sind durch offene Angeboten der Schulen gekennzeichnet, die Kinder entsprechend ihrer Talente und Fähigkeiten am Unterricht und sonstiger Aktivitäten teilhaben zu lassen. Hierdurch werden fließende Übergänge geschaffen. Dazu ist ein intensiver Austausch und die Kooperation der Einrichtungen (Kindertagesstätte, Schule) und der Träger notwendig.
EMPFEHLUNGEN AN DIE POLITIK: Auswahlfähiges Angebot wohnortnah
Der Abbau von Hürden zu frühkindlichen Bildungs- und Erziehungseinrichtungen setzt einen gebührenfreien Besuch dieser Einrichtungen voraus. Für die angestrebte verpflichtende Teilnahme aller Kinder an Maßnahmen frühkindlicher Bildung und Erziehung ist ein auswahlfähiges Angebot zu schaffen. Dieses ist wohnortnah zu organisieren und hat den kulturellen, sozialen und ethnischen Besonderheiten Rechnung zu tragen. Die Angebote der frühkindlichen Bildungs- und Erziehungseinrichtungen sind so zu organisieren, dass eine Ganztagsbetreuung gewährleistet werden kann.
Familienzentren
Der Besuch aller Kinder in Einrichtungen frühkindlicher Bildung und Erziehung ist im Bewusstsein der Menschen noch keine Selbstverständlichkeit. Ein Wandel dieser Einstellung hin zu einer Akzeptanz frühkindlicher Bildung und Erziehung kann mit der Gründung von Familienzentren geschaffen werden. In diesen Zentren befinden sich Erziehungs- und Bildungseinrichtungen, medizinische Versorgung, Behördenvertretungen und Informationsstellen in räumlicher Nähe zueinander. Familienzentren sind damit wichtige Einrichtungen eines Netzwerkes frühkindlicher Erziehung und Bildung im Wohnbereich beziehungsweise in der Kommune.
HANDLUNGSEBENE DER IG BCE: Die IG BCE wird verstärkt vorschulische Aktivitäten unterstützen, wie es bereits im Pilotprojekt "Kinder Garten Labor" (KiGaLab) der IG BCE im Bezirk Altötting vor Ort erprobt wird.
Die IG BCE strebt den verstärkten Austausch zwischen Betrieben ihres Betreuungsbereiches und den ortsansässigen Einrichtungen frühkindlichen Bildung und Erziehung an, um eine praxis- und umfeldorientierte Bildung zu unterstützen.
Die IG BCE wird gezielte Informationen zu Bildungsmöglichkeiten anbieten. Insbesondere die Ortsgruppen sind aufgefordert, Bildungsinitiativen zu starten, mit dem Ziel die Integration der Kinder aus unterschiedlichem sozialen und kulturellen Hintergrund zu fördern.
Die IG BCE wird in ihren Stellungnahmen darauf hinweisen, welche Bedeutung frühkindliche Bildung für offene Zugänge, Durchlässigkeiten und Übergänge im weiteren Bildungsverlauf hat. Sie wird überprüfen, inwieweit sie ihre Strukturen und Personengruppen dahingehend anspricht, Herausforderungen und Ideen zu dem Handlungsfeld „Offene Zugänge und Durchlässigkeiten" zu entwickeln.
In den Betriebskindergärten wird die Gewerkschaft darauf hinwirken, dass die Aspekte der Umsetzung von Chancengleichheit erkannt werden und entsprechend gehandelt wird. Darüber hinaus wird sie darauf einwirken, dass mehr Plätze für Kinder unter drei Jahren in Betriebskindertagesstätten eingerichtet werden.