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OFFENSIVE:BILDUNG

Bildungsleitsätze der IG BCE

Auf der Grundlage ihrer Bildungswerte formuliert die IG BCE Anforderungen, Erwartungen und Empfehlungen an das Bildungssystem in Deutschland. Diese Überzeugungen leiten uns:


Gleiche Chancen in der Bildung

Soziale Gerechtigkeit in der gesellschaftlichen Wirklichkeit hat ihre Wurzeln in einer Bildung, die von Vererbung der Ungleichheit befreit, also auf Chancengleichheit begründet ist. Chancengleichheit in der Bildung muss für alle Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen sichergestellt werden - unabhängig von sozialer Herkunft, Einkommen der Eltern, Alter, Geschlecht, Ethnie oder Region.

Entwicklung und Stärkung der Berufsfähigkeit

Menschen müssen die Möglichkeit erhalten, notwendige Kompetenzen für die aktive Gestaltung ihrer Ausbildung, ihrer beruflichen Tätigkeit und ihres Berufsweges zu erwerben und weiterzuentwickeln. Die Sicherung der Berufsfähigkeit ist Voraussetzung für die erfolgreiche Bewältigung von Veränderungsprozessen und neuen Anforderungen in der Arbeits- und Lebensbiografie. Dabei ist der regionale, nationale und europäische Bezug zu berücksichtigen. Berufsfähigkeit ist somit mehr als Beschäftigungsfähigkeit.


Offene Zugänge, mehr Durchlässigkeit und erleichterte Übergänge

Der Zugang zu Bildung bildet die Grundvoraussetzung für die Menschen, ihre Begabungen und Interessen zu entfalten. Das erfordert eine verstärkte Vorbereitung und Begleitung. Dies gilt beim Übergang zwischen Familie und Bildungseinrichtungen, zwischen den Bildungseinrichtungen und beim Übergang in den Beruf. Dafür sind die Übergänge in lebensnaher Weise zu erleichtern. Frühzeitig angelegte Übergangskompetenzen fördern die Berufsfähigkeit und die Bereitschaft, notwendige Veränderungen zu bewältigen und in einem durchlässigen Bildungssystem lebenslang weiterzulernen.


Stärkung der politischen Bildung

Für eine stabile demokratische Gesellschaft besitzt der emanzipatorische Charakter der politischen Bildung herausragende Bedeutung. Politische Bildung war und ist eine wichtige Voraussetzung für die Analyse und die Gestaltung gesellschaftlicher Verhältnisse und die Teilhabe der Einzelnen am demokratischen System. Aufgabe von Bildung ist immer auch die Vermittlung und fortwährende Stärkung einer umfassenden politischen Urteilsfähigkeit für breite Bevölkerungsschichten - als Bedingung für eine stabile und wehrhafte Demokratie.


Förderung lebensnahen und lebenslangen Lernens

Bildung ist eine gesellschaftliche Aufgabe und findet auch außerhalb des institutionellen Bildungssystems - beispielsweise im Betrieb - statt. Dafür sind ein Bildungsangebot und eine Lernkultur zu entwickeln, die das Lernen im gesamten Lebenslauf und an verschiedenen Lern- und Lebensorten fördert und daran anknüpft. Erforderlich sind die stärkere Verzahnung verschiedener Bildungseinrichtungen und Praxisfelder, die Kooperation verschiedener Bildungsträger sowie die Öffnung zu den konkreten Arbeits- und Lebenssituationen.


Förderung von Lernkompetenz

Fachliche, methodische, persönliche und soziale Kompetenzen sind unverzichtbare Grundlagen und müssen durch Lernkompetenz ergänzt werden. Lernkompetenz als die Fähigkeit und der Wille zu lernen, weiterzulernen und neue Erkenntnisse zu gewinnen, muss möglichst früh vermittelt und gelebt werden. Ziel ist es, den Menschen zu kontinuierlichem Lernen zu motivieren und zu befähigen - auch um sich beschleunigten Veränderungsanforderungen im Lebenslauf zu stellen und sie zu bewältigen.


Sicherung der Partizipation und Mitbestimmung aller Beteiligten in der Bildung

Ein Bildungssystem ist erfolgreich, wenn alle einbezogen werden, die darin lernen und arbeiten. Das ist durch entsprechende Formen und Wege der Beteiligung und Mitbestimmung zu gewährleisten. Es geht dabei zum einen um die fachliche und demokratische Legitimation von Entscheidungsprozessen. Zum anderen sind ein hohes Maß an Selbstverantwortung und Identifikation der Handelnden mit „ihrer" Bildung für einen größtmöglichen Erfolg unverzichtbar.

 

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