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Bildungsmatrix

Förderung lebenslangen und lebensnahen Lernens

Themenfeld Berufliche Bildung

Ausbilder und Auszubildende
Foto: Agentur Jeschke
WESENTLICHE HANDLUNGSFELDER:

Lebenslanges Lernen verwirklichen
Die Verwirklichung von zukunftsweisenden Formen lebenslangen Lernens bedarf verstärkter Anstrengungen. Das Bewusstsein für die Notwendigkeit zum Lebenslangen Lernen entwickelt sich in vielen Köpfen und Unternehmen erst langsam. Bildungspolitik und Unternehmen müssen "Lernen in allen Lebensphasen" zu einem Kernthema ihres Handelns entwickeln.

Lernen im Prozess der Arbeit
Lernen im Prozess der Arbeit muss gefördert, strukturiert und organisiert sowie die Lernergebnisse dokumentiert und bescheinigt werden. Darüber hinaus ist es erforderlich, dass die Arbeitsplätze lernförderlich gestaltet werden, was gemeinsam mit Betriebsräten, Personalverantwortlichen und den Sozialpartnern vorangebracht werden muss.

Fort- und Aufstiegsqualifizierung ausbauen
Die Aufstiegsfortbildung qualifiziert Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer für die Übernahme betrieblicher Führungs- beziehungsweise Spezialaufgaben. Die Finanzierung von Fortbildungslehrgängen stellt für viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine fast unüberwindbare Hürde dar. Aus diesem Grund ist die Förderung nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz weiterhin notwendig.

Lernmotivation und Lernumgebung sind Grundlage erfolgreichen Lernens
Die berufliche Bildung muss erfolgreiches Lernen von jungen Menschen weiterentwickeln. Zentral dafür ist es, eine nachhaltige Lernmotivation aufzubauen sowie eine anregende, differenzierte Lernumgebung zu schaffen. Lernortkooperationen zwischen Berufsschule und Betrieb, die Durchführung von Projektwochen und Lehrpersonalpraktika in den Betrieben sind verstärkt zu nutzen. Die Jugendlichen müssen durch Kompetenzerwerb in die Lage versetzt werden, zukünftigen Qualifikationserwartungen und Wechsel von Tätigkeitsanforderungen erfolgreich zu begegnen. Das dafür nötige fördernde Sozialklima an allen Lernorten schließt ein positives pädagogisches Verhältnis von Lehrenden und Lernenden mit ein.

 



EMPFEHLUNGEN AN DIE POLITIK:

Kooperation ermöglichen und Kompetenzzentren ausbauen
Lebenslanges und -nahes Lernen benötigt Kooperationen in den Regionen. Netzwerke wie "Lernende Regionen" bieten die Gelegenheit, Lernen lebensnah und den regionalspezifischen Gegebenheiten adäquat umzusetzen. In diesem Kontext sind berufsbildende Schulen als regionale Kompetenzzentren auszubauen, die - über ihren eigentlichen Auftrag hinaus - Weiterbildung in Kooperation mit lokalen Akteuren anbieten. Somit können Ressourcen und Kapazitäten optimal genutzt werden. Dies ist durch entsprechende, passgenaue Beratungsangebote vor Ort zu unterstützen.

Finanzierbare Fortbildungslehrgänge für alle
Berufliche Fortbildung muss nachhaltig angelegt sein, da sich Tätigkeitsprofile im Laufe der Zeit verändern und die Anforderung an die Qualifikation wachsen. Hierbei stellt die Finanzierung von Fortbildungslehrgängen für viele Teilnehmerinnen und  Teilnehmer eine fast unüberwindbare Hürde dar. Aus diesem Grund ist die Beibehaltung und der Ausbau der Förderung von beruflichen Aufstiegsfortbildungen nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz, dem so genannten Meister BAföG, weiterhin notwendig. Damit der erfolgreiche Weg weitergegangen werden kann, ist eine Erhöhung des Kinderbetreuungszuschusses und des Zuschusses zum Maßnahmebeitrag vorzunehmen, um auch einkommensschwachen Familien entsprechende Chancen auf Teilnahme an Lehrgängen zur beruflichen Fortbildung einzuräumen.

Initiativen unterstützen
Es sollten verstärkt Initiativen unterstützt werden, die unterschiedliche Freistellungsarten und -räume (Bildungsurlaub für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Sabbatjahr, etc.) aufzeigen.

 



HANDLUNGSEBENE DER IG BCE:

Die IG BCE wird sich weiterhin an der Modernisierung von Fortbildungsberufen beteiligen. Dadurch trägt sie mit zur Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit und zur Stabilisierung des Wirtschaftsstandortes Deutschland bei. Die Gewerkschaft tritt dafür ein,  dass unnötig verschärfte Bestehensregelungen in den Prüfungsanforderungen keine Anwendung finden werden.

Die Vertrauensleute und Betriebsräte der IG BCE werden die lernförderliche Gestaltung der Arbeitsplätze und den Anspruch der Arbeitnehmer auf Dokumentation der im Prozess der Arbeit erworbenen Kompetenzen weiter verfolgen. Hierbei stellen wir vertiefende Überlegungen an, wie ein persönliches Portfolio entwickelt und genutzt werden kann, lebenslanges und -nahes Lernen transparent und nachvollziehbar zu gestalten.

Mit den „Lernenden Regionen" und den „Regionen des Lernens" wurden wichtige Erfahrungen gesammelt für die Verzahnung verschiedener Bildungseinrichtungen und weiterer regionaler Akteure. Die IG BCE wird sich an regionalen Bildungskonferenzen - als ein zentrales Instrument für den Austausch und die Steuerung regionaler Entwicklung - beteiligen und sie gegebenenfalls initiieren.

Die IG BCE wird Lernortkooperationen anregen und unterstützen und somit eine Kombination von arbeitsintegriertem und extrafunktionalem Lernen unterstreichen.

Die Gewerkschaft setzt sich dafür ein, dass für jeden Beruf auch entsprechende Möglichkeiten zur Fortbildung entwickelt und modernisiert werden. Mit ihren Sachverständigen, Ausbildern und Betriebsräten entwickelt sie moderne Prüfungsanforderungen und gestaltet die Rahmenpläne für die Lehrgangsanbieter.

Die IG BCE unterstützt diese Zielsetzung durch ihre Tarif- und Betriebspolitik. Zusätzlich entwickelt sie Angebote der Qualifizierungsberatung für ihre Mitglieder.

 

Weiterführende Links und Downloads:
Bildungspolitisches Diskussionspapier: Berufliche Bildung


Leitsatz: Förderung lebensnahen und lebenslangen Lernens


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Lernende Regionen
Von Neumünster bis Bad Tölz, von Ahaus bis Görlitz - in den Netzwerken der Lernenden Regionen wird das Lebenslange Lernen Wirklichkeit. Die auf Dauer angelegten, regionalen Bildungsnetzwerke schaffen Angebote von neuer Qualität, die für alle zugänglich sind.
Qualifizierungsförderwerk Chemie GmbH (QFC)
Das QFC, einer gemeinnützigen Tochtergesellschaft der IG BCE, konzentriert in sich in seiner Arbeit auf Erstausbildung, Qualifizierungs-Förderung, Transfermanagement und Europakompetenz. Dabei stehen Auszubildende, Jugendliche, die auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind und Arbeitslose im Mittelpunkt. In Unternehmen unterstützt das QFC etwa in Fragen der beruflichen Bildung und der Personalentwicklung.

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