WESENTLICHE HANDLUNGSFELDER: Beteiligung der Auszubildenden
Beteiligung der Auszubildenden ist wesentliche Voraussetzung für die erfolgreiche Gestaltung des Ausbildungsprozesses. Auszubildende müssen ein Lernumfeld vorfinden, in dem sie sich offen über ihre Schwächen und Defizite sowie ihre Neigungen mit anderen Auszubildenden und dem verantwortlichen Ausbilder austauschen können. Ihre Wünsche bei der Auswahl von Ausbildungsprojekten oder Wahlqualifikationen müssen Berücksichtigung finden.
Erleben und Gestalten von Mitbestimmung
Erleben und Gestalten von Mitbestimmung ist ein unverzichtbares Element in der Berufsausbildung. Die Betriebsverfassung ermöglicht das Wählen einer Jugend- und Auszubildendenvertretung sowie eines Betriebsrates und sichert damit umfangreiche Beteiligungs- und Mitbestimmungsrechte zu. Besondere Interessenvertretungen müssen auch in überbetrieblichen Ausbildungseinrichtungen möglich sein, eine entsprechende Rechtsverordnung muss erlassen werden.
EMPFEHLUNGEN AN DIE POLITIK: Bildungsurlaub für alle Auszubildenden
In einigen Bildungsurlaubsgesetzen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in den Bundesländern (zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen) sind Auszubildende von der Teilhabe an Bildungsmaßnahmen für politische Bildung ausgeschlossen. Wir fordern entsprechende Änderungen der jeweiligen Gesetze.
Wahl einer besonderen Interessenvertretung
Besondere Interessenvertretungen (vergleichbar einer Jugend- und Auszubildendenvertretung - JAV)) müssen auch in außerbetrieblichen Bildungseinrichtungen, für Auszubildende, die nicht wahlberechtigt bei JAV- beziehungsweise Betriebsratswahlen sind, ermöglicht werden. Die Bundesregierung wird aufgefordert, hier eine Rechtsverordnung nach § 52 BBiG zur Ermöglichung der Wahl einer besonderen Interessenvertretung in außerbetrieblichen Berufsbildungseinrichtungen zu erlassen.
HANDLUNGSEBENE DER IG BCE: In Seminaren für Ausbilder, JAVen und Betriebsräte stellen wir die Notwendigkeit von Beteiligung und Mitbestimmung dar. Hierzu werden geeignete Kooperationsmöglichkeiten zwischen betrieblichen Interessenvertretungen (JAV und Betriebsrat) und Schülervertretung angestrebt. Die IG BCE führt im Rahmen ihrer eigenen Bildungsprogramme zahlreiche Veranstaltungen und Projekte der politischen Bildung für Auszubildende, besonders für Mitglieder der JAV, durch.
Die IG BCE fördert beteiligungsorientierte Ausbildungskonzepte über die Betriebsräte, JAVen und gewerkschaftliche Ausbilderkreise.
Die Gewerkschaft entwickelt gemeinsam mit Experten und Expertinnen Unterrichtsmaterialien zur praxisnahen Vermittlung von Mitbestimmungsthemen in der Berufsschule.
Die IG BCE ist bei der Neuordnung von Aus- und Fortbildungsberufen beteiligt. Neben fachlichen Qualifikationen, die für das Erreichen der beruflichen Handlungskompetenz notwendig sind, steht die IG BCE auch für die Vermittlung von sozialen Kompetenzen. Sie wird dieses Ziel bei der Gestaltung von Rechtsverordnungen weiterhin beachten. Dadurch wird auch die politische Bildung von jungen Menschen gestärkt.
Gewerkschaftliche Ausbilder-Arbeitskreise sind wichtige Einrichtungen, die gestärkt werden sollen. Gewerkschaftliche Ausbilder können maßgeblich auf die Stärkung von emanzipatorisch, politisch und demokratisch orientierten Ausbildungskonzepten Einfluss nehmen.
Die IG BCE wird weiter tarifvertragliche Möglichkeiten zur Sicherung der Wahl- und Arbeitsmöglichkeiten der JAV nutzen.
In Rahmen der Initiative "Ausbildung checken und verbessern" wird die IG-BCE-Jugend Einfluss auf Prozesse der politischen Bildung nehmen.