WESENTLICHE HANDLUNGSFELDER: Die ersten Lebensjahre sind die wichtigsten
Die Entwicklung und Stärkung der Berufsfähigkeit ist ein andauernder Prozess. Im frühkindlichen Alter wird die Basis für zukünftige Entwicklungsschritte gelegt, indem der Erwerb elementarer Fähigkeiten genutzt und ausgebaut wird, um Wissen zu erwerben und soziale Kompetenz auf- und auszubauen. Zur Entfaltung dieser Fähigkeiten gehört die Nutzung und Pflege des natürlichen Wissensdrangs, unterstützt durch Stärkung der Kreativität und Phantasie mittels unterschiedlicher Ausdrucksformen künstlerischer, musischer und literarischer Ansätze.
Praxis- und Naturnähe
Frühkindliche Bildung und Erziehung hat ihren Beitrag zur Entwicklung der Berufsfähigkeit praxis- und lebensnah zu vermitteln. In praxisorientierten Lernfeldern wird an die Interessen der Kinder angeknüpft. Durch Vermittlung von Natur, Umwelt und Kultur in Verbindung mit den örtlichen Arbeits- und Lebensräumen wird ihre Lebenswelt einbezogen.
Qualifikation von Erziehungspersonal aufwerten
Das Handlungsfeld "Berufsfähigkeit" bedarf in der frühkindlichen Bildung und Erziehung einer stärkeren Berücksichtigung. Die Erzieherinnen und Erzieher müssen in der Lage sein, anhand der neuesten pädagogischen Ansätze und didaktischen Möglichkeiten, mit den Kindern dem Themenfeld „Berufsfähigkeit" in praxisorientierter Weise zu begegnen.
EMPFEHLUNGEN AN DIE POLITIK: Stärkung der Professionalität
Erzieherinnen und Erzieher haben zusätzlich zur Betreuungsfunktion der Kinder auch Aufgaben zu übernehmen, die der (Neu)Ausrichtung im Sinne der Vermittlung von Grundlagen zur Berufsfähigkeit dienen. Die notwendigen Qualifikationszuwächse bedürfen auch einer entsprechenden Anerkennung und Bewertung ihrer Tätigkeit.
Forschungsbemühungen ausbauen
Forschungsvorhaben, die sich mit der altersadäquaten Umsetzung von Lernbedingungen und -praxis im lebens- und naturnahen Umfeld auseinandersetzen, sind weiter auszubauen. Insbesondere die Transfer- und Umsetzungsbemühungen in der frühkindlichen Bildung und Erziehung müssen hierbei im Mittelpunkt stehen und einer breiteren Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt und diskutiert werden.
Transparenz und Standards
Zur besseren Orientierung der vielfältigen frühkindlichen Bildungs- und Betreuungslandschaft sind Standards zu entwickeln, die eine Vergleichbarkeit der unterschiedlichen pädagogischen Ansätze möglich machen. Gleichzeitig könnten durch bewährte Instrumente wie beispielsweise Audits, die Vergabe von Gütesiegeln und Prädikaten besondere Schwerpunkte ausgewiesen werden, die eine dem Lern- und Lebensumfeld entsprechende praxis- und naturnahe Erziehung und Bildung gewährleisten.
HANDLUNGSEBENE DER IG BCE: Die IG BCE wird verstärkt vorschulische Aktivitäten unterstützen, wie es bereits im Pilotprojekt "Kinder Garten Labor" (KiGaLab) der IG BCE Bezirk Altötting vor Ort erprobt wird.
Die IG BCE strebt den verstärkten Austausch zwischen Betrieben ihres Betreuungsbereiches und den ortsansässigen Einrichtungen frühkindlichen Bildung und Erziehung an, um eine praxis- und umfeldorientierte Bildung zu unterstützen.
Die IG BCE wird gezielte Informationen zu Bildungsmöglichkeiten anbieten. Insbesondere die Ortsgruppen sind aufgefordert, Bildungsinitiativen zu starten, mit dem Ziel die Integration der Kinder aus unterschiedlichem sozialen und kulturellen Hintergrund zu fördern.
Die IG BCE wird in ihren Stellungnahmen darauf hinweisen, welche Bedeutung fühkindliche Bildung für offene Zugänge, Durchlässigkeiten und Übergänge im weiteren Bildungsverlauf hat. Sie wird überprüfen, inwieweit sie ihre Strukturen und Personengruppen dahingehend anspricht, Herausforderungen und Ideen zu dem Handlungsfeld „Offene Zugänge und Durchlässigkeiten" zu entwickeln.
In den Betriebskindergärten wird die Gewerkschaft darauf hinwirken, dass die Aspekte der Umsetzung von Chancengleichheit erkannt werden und entsprechend gehandelt wird. Darüber hinaus engagiert sie sich dafür, mehr Plätze für Kinder unter drei Jahren in Betriebskindertagesstätten einzurichten.