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Branche

Kautschukverarbeitung

Der Geschäftsverlauf der deutschen Kautschukverarbeiter als klassische Zulieferbranche wird ganz wesentlich von der Entwicklung der Automobilindustrie aber auch dem Maschinenbau, dem Schienenfahrzeugbau, der Elektrotechnik oder dem Bau- und Ausbaugewerbe geprägt. Hauptkunde ist die Automobilindustrie, deren Anteil selbst bei technischen Gummiwaren mehr als 50 Prozent beträgt.

Autoreifen
Foto: iStockphoto: Slobo Mitic

Die deutsche Kautschukverarbeitung wird in drei Fachzweige unterteilt:

  • Herstellung von Reifen
  • Runderneuerung von Reifen
  • Sonstige Gummiwaren (technische Gummiartikel wie Profile, Dichtungen, Riemen, Transportbänder, Schläuche mit Metallgummibindungen und medizinisch/sanitäre Gummiprodukte).

Die kautschukverarbeitende Industrie beschäftigt in Deutschland ca. 66.000 Mitarbeiter/-innen, davon etwa 18.900 in der Reifenindustrie. Jährlich erwirtschaftet die Branche einen Umsatz von 5,6 Mrd. Euro mit einem Exportanteil von knapp 39 Prozent.

Wichtigste Ausfuhrregionen sind nach wie vor die EU-15-Länder, in die rund die Hälfte aller Waren geliefert werden. Darin ist Frankreich mit einem Anteil von 8 Prozent wichtigster Handelspartner. China ist mit einem Anteil von 6,8 Prozent zweitwichtigster Außenhandelspartner.

Die Gummiindustrie ist einem starken Wettbewerbsdruck ausgesetzt. Die Strategie der Automobilindustrie läuft im Wesentlichen darauf hinaus, Kosten für Entwicklung und Logistik auf vorgelagerte Stufen abzuwälzen und gleichzeitig bei den Preisen weitgehende Zugeständnisse zu verlangen.

Die Forderungen der Einkäufer der Automobilhersteller sind:

  • Reduzierung der Lieferanten,
  • intensive Beziehungen mit wenigen Systemanbietern und
  • Just-in-time-Lieferung an jeden Produktionsort rund um den Globus.
Die Zuliefererproblematik ist durch folgende Merkmale gekennzeichnet:
  • Die Kfz-Hersteller suchen die Zusammenarbeit mit Systemanbietern, die ihrerseits die Koordination der Subunternehmer vorzunehmen haben.
  • Hoher Entwicklungsaufwand, da für jede neue Baureihe eine Sonderanfertigung benötigt wird.
  • Extrem hohe Qualitätsanforderungen verbunden mit extremer Produkthaftung (die Kfz-Hersteller fordern eine absolut fehlerfreie Produktion, um die Wareneingangskontrolle einsparen zu können).
  • Die Einkäufer verlangen eine Offenlegung der Kalkulation seitens der Zulieferer und wollen langfristig selbst die Einkaufspeise festlegen.

Die deutschen Kautschukverarbeiter besitzen dank ihrer regen Forschungs- und Entwicklungstätigkeit hinsichtlich Technologie und innovativer Produkte in vielen Bereichen eine Marktführerschaft. Aufgrund dieser guten Ausgangsposition verbunden mit qualifizierten und motivierten Mitarbeitern ist die deutsche kautschukverarbeitende Industrie für den Aufschwung gut gerüstet.


Weiterführende Links und Downloads:
Kautschukverarbeitung: Branchensituation 2011
Stand: 15. August 2011

Kautschukverarbeitung: Jahresbericht 2010 mit Ausblick für 2011
Brancheninfo Nr. 07 / Mai 2011

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