WESENTLICHE HANDLUNGSFELDER: Handlungskompetenz der Studierenden stärken
Bei der Anerkennung von neuen Studiengängen sowie bei der Umwandlung der gestuften Studiengänge (Bachelor und Master) ist die breit anzulegende "berufliche und tätigkeitsorientierte Handlungskompetenz" der Studierenden zu fördern. Für diese Aufgaben müssen die Lehrenden an Hochschulen über entsprechende didaktische und methodische Fähigkeiten verfügen.
Steuerungsmodelle richtig nutzen
Zunehmende Autonomie- und Ökonomisierungstendenzen in den Hochschulen zwingen diese vermehrt, wie Wirtschaftsunternehmen zu handeln. Den darin liegenden Risiken und Chancen kann mit internen Ziel- und Leistungsvereinbarungen sowie Budgetregelungen (neue Steuerungsmodelle) begegnet werden. Mit verbindlichen Steuerungsmodellen kann die berufliche und tätigkeitsorientierte Handlungskompetenz vorangetrieben werden. Im Rahmen ihrer Autonomie haben sie die Möglichkeit, eigene Werte und Normen zur Vermittlung und Stärkung von notwendigen Schlüsselkompetenzen zu setzen und diese in ihr Leitbild zu übernehmen.
Internationale Ausrichtung
Die Internationalisierung von Hochschulbildung, von Hochschulpersonal sowie von Studierenden ist zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und zur verbesserten Vorbereitung der Absolventinnen und Absolventen auf den Arbeitsmarkt auszubauen.
EMPFEHLUNGEN AN POLITIK UND HOCHSCHULEN: Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Arbeitswelt stärken
Zur Stärkung der beruflichen und tätigkeitsorientierten Handlungskompetenz ist im Laufe des Studiums die Orientierung an interdisziplinären Projekten weiter auszubauen. Dabei sind vernetzte Projekte, die Wissenschaft und Arbeitswelt regional und projektbezogen zusammenführen, zu entwickeln und umzusetzen.
Lehrkompetenzen weiterentwickeln
Für die Entwicklung entsprechender Lehrkompetenzen an Hochschulen bedarf es verstärkter Weiterbildungsbemühungen des Hochschulpersonals. Hierbei gilt es, zumindest regional die örtlichen Ressourcen von Unternehmen und Wirtschaft zu nutzen und die dortigen Expertinnen und Experten in die Lehr- und Lernprozesse mit einzubeziehen. Zumindest strukturell sind die Interessen von Wirtschaft und Unternehmen in die Hochschulen mit aufzunehmen und durch verstärkte Praktikabemühungen als Instrument der Berufszielfindung und der biografischen Berufsfelderschließung einzubeziehen.
Für Spitzenleistungen in der Breite
Für eine "Kultur" der Spitzenleistungen in der Breite brauchen Hochschulen einen Paradigmenwechsel in der Lehre: Talente unter den Studierenden sind frühzeitig zu identifizieren und zu fördern. Dazu bedarf es des Einsatzes hochqualifizierter Lehrender sowie entsprechender Rahmenbedingungen im Hinblick auf die Teilnahmezahlen, Ausstattung und Organisation der Lehrveranstaltungen.
Besetzungsverfahren der Hochschullehrenden überdenken
Der personelle Wandel der Hochschullehrenden in den nächsten Jahren ist zu nutzen, indem bei den Besetzungsverfahren striktere Vorgaben (zum Beispiel soziale Verantwortung, didaktische Kompetenz, Berufserfahrung außerhalb der Hochschule neben fachwissenschaftlichen Kriterien) beachtet werden.
Internationalisierung der Hochschulen
Für die Internationalisierung der Hochschulen sind verstärkt internationale Studien- und Wissenschaftskooperationen zu organisieren, geeignete Betreuungsprogramme für ausländische Studierende und Dozentinnen und Dozenten anzubieten sowie Möglichkeiten zu schaffen, sich als Hochschule im Ausland zu präsentieren und internationale Partnerschaften zu pflegen. Darüber hinaus sollten für Studierende Studienaufenthalte im Ausland zur Regel werden, indem spezielle Förder- und Betreuungsprogramme verstärkt werden. Gleichzeitig ist die zunehmende Internationalisierung von Beschäftigungsverhältnissen in der Lehre stärker zu berücksichtigen. Das schließt die Beherrschung von Fremdsprachen in Wissenschaft, Forschung und Lehre ein.
Übergänge vom Studium in den Beruf besser organisieren
Der Übergang vom Studium in den Beruf muss erleichtert werden, indem beispielsweise eine Berufstätigkeit nach dem Bachelor-Abschluss bei einer anschließenden Aufnahme eines Master-Studiums berücksichtigt wird. Über den Hochschulabschluss hinaus sind Postgraduiertenprogramme sowie Netzwerke für Alumni (Einbindung ehemaliger Absolventinnen und Absolventen der jeweiligen Hochschule) zu entwickeln, mit denen Hochschulen die Kontakte in die Berufswelt fest etablieren.
HANDLUNGSEBENE DER IG BCE: Die IG BCE setzt sich dafür ein, dass die Hochschulausbildung in Fachhochschulen und Universitäten beibehalten wird und in ihrer Unterschiedlichkeit weiterhin anerkannt bleibt. Sie ist für eine stärkere internationale Ausrichtung der Ausbildung an den Hochschulen und unterstützen Studentinnen und Studenten durch Stipendien der gewerkschaftsnahen Einrichtungen.
Die IG BCE wird sich weiterhin dafür einsetzen, dass die praxisorientierte Ausbildung in den Bachelor- und Masterstudiengängen vorangetrieben wird. Dazu wird sie ihre Strukturen nutzen und mit den Sozialpartnern auf gemeinsame Aktivitäten drängen. Dies beinhaltet auch Bemühungen, die Möglichkeiten für Menschen ohne Hochschulzugangsberechtigung zu verbessern, an Weiterbildungsmaßnahmen teilnehmen zu können, die durch die Hochschulen angeboten werden.
Die Hochschulen müssen die praxisorientierte Berufsfähigkeit gewährleisten können. Hierzu gehören personelle und finanzielle Ressourcen, sowie eine solide Ausstattung der Einrichtungen. Die IG BCE setzt sich gemeinsam mit ihren Partnern dafür ein, dass Hochschulen praxisorientierte Kapazitäten erhalten und ausbauen können.
Durch Vereinbarungen mit den Sozialpartnern versucht die IG BCE jungen akademischen Berufsanfängerinnen und Berufsanfängern den Weg in das Erwerbsleben zu ebnen. Sie steht ihnen mit ihrem Know-how in Hochschulgruppen oder Beratungsveranstaltungen zur Verfügung. Akademikerinnen und Akademiker sind für die IG BCE eine besondere Zielgruppe, deren Interessen und Bedürfnisse sie aufnimmt.