WESENTLICHE HANDLUNGSFELDER: Lernkompetenz ausbauen und fördern
Die Förderung von Lernkompetenz ist für den Bereich der beruflichen Bildung von hoher Bedeutung. Berufliche Bildung mit ihren verschiedenen Lernorten bietet unterschiedliche Lernumgebungen, die zur Vermittlung von Lernkompetenz geeignet sind. Didaktisch aufeinander abgestimmte Konzepte aller Lernorte sind daher notwendig.
Bestehende Schwächen abbauen
In der beruflichen Bildung müssen bestehende Defizite in der Lese-, Schreib- und Rechenkompetenz (soweit notwendig, auch der naturwissenschaftlichen Kompetenz) durch Berufsschule und Betrieb sowie durch ausbildungsbegleitende Maßnahmen abgebaut werden. Nur so können die jungen Menschen den Prozess des lebenslangen Lernens aktiv gestalten.
Umgang mit Informationstechnologien
Der Umgang und reflektierte Einsatz mit Informationstechnologien als Lernumgebung (Online-Nachschlagewerke, -kurse, Diskussionsforen) muss Bestandteil in jedem Ausbildungsberuf sein.
Lernwege organisieren und dokumentieren
Lernkompetenz bedeutet auch, dass die Lernenden sich für lernförderliche Bedingungen einsetzen. Die Lernenden müssen ein Bewusstsein dafür entwickeln, dass Lernen im Prozess der Arbeit nicht weiterhin dem Zufall überlassen werden darf, sondern bewusst organisiert werden muss und dass die Lernergebnisse dokumentiert werden müssen.
Ausbildungspersonal qualifizieren
Die Förderung von Lernkompetenz erfordert entsprechend qualifiziertes Ausbildungspersonal. Deren methodisch-didaktisches "Know-how" muss regelmäßig reflektiert und durch eigene Weiterbildung aktualisiert werden.
EMPFEHLUNGEN AN DIE POLITIK: Neue Formen der Leistungsbewertungen
Zur Stärkung des eigenaktiven Lernens sind neue Formen der Leistungsbewertungen wie etwa Portfolios zu nutzen, um den jungen Menschen differenzierte Rückmeldungen über ihren Stand des Lernens zu geben. Das Instrument "Portfolio" darf dabei nicht zur Selektion oder Ausgrenzung beitragen, sondern bietet die Chance, geeignete Förderungsmöglichkeiten sichtbar zu machen.
Lernmotivation und Leistung fördern
Die Lernatmosphäre in den Ausbildungseinheiten (Unterricht, Einweisungen, usw.) sowie der Kommunikations- und Interaktionsstil in den Lerngruppen sind zentrale Rahmenbedingungen für Lernmotivation und Leistung. Deren aktive Förderung sollte zentrale Aufgabe von allen an der Vermittlung Beteiligten sein (zum Beispiel durch ein Leitbild, Berufsschul- beziehungsweise Ausbildungsprogramm).
Methodenvermittelung
An exemplarischen Inhalten sind Methoden zu vermitteln, wie das Lernen gelernt wird. Gleichzeitig werden Wissensgrundlagen angelegt, sich die Inhalte zu erschließen sowie Begründungen und Zusammenhänge herzustellen.
Pädagogische und qualitätsorientierte Konzepte anwenden
Lernkompetenz wird nicht erst in der beruflichen Bildung vermittelt. Um Defiziten möglichst früh zu begegnen, sind in den vorherigen Bildungseinrichtungen, insbesondere in der Schule, pädagogische und qualitätsorientierte Konzepte anzuwenden. Diese sollten nach dem neuesten Stand der wissenschaftlichen Erkenntnis ausgelegt sein und entsprechend evaluiert werden.
HANDLUNGSEBENE DER IG BCE: Die IG BCE und ihre Betriebsräte werden sich für den weiteren Ausbau von ausbildungsbegleitenden Maßnahmen einsetzen.
Die IG BCE setzt sich zusammen mit den Sozialpartnern weiterhin für die Förderung von Lernkompetenz ein (zum Beispiel Ausbilderwettbewerb).
Gemeinsam mit den Betriebsräten setzt sich die IG BCE dafür ein, dass betriebliche Ausbildungsprojekte in enger Kooperation mit den Berufsschulen durchgeführt werden.
Gemeinsam mit den Betriebsräten sowie Jugend- und Auszubildendenvertretungen wird die IG BCE weiterhin Einfluss auf die Gestaltung der Berufsausbildung hinsichtlich der Förderung von Lernkompetenz nehmen. Hierbei wird der Fokus auf die Vermittlung von Praxis des selbstorganisierten Lernens in den eigenen Seminaren gerichtet.
Die IG BCE wird eine Klassen- und/oder Schulpartnerschaften für "Lernen am Projekt" anregen und an geeigneten Stellen unterstützen.